New York, New York



Heute mittag ein Augenschein in New York, Uptown: Auf der Fifth Avenue viel Menschen auf der Strasse, Madison Avenue vergleichsweise ruhig - aber nun gut - es ist Montag. Was aber schon auffällt, an diesem strahlend blauen Tag: im Apple-Store 5th Avenue brummt das Geschäft, die Menschen stehen Schlange ...



Ein Foto des oben beschriebenen Sachverhalts verbot sich angesichts der Menschenmassen bei Apple. Man sieht dort aber deutlich: für solche Dinge ist Geld vorhanden - wogegen man bei Barney's doch relativ einsam durch die acht Etagen schlendert und reichlich freundliches, aber unterbeschäftigtes Personal grüssen darf.



Morgen dann der Bericht von Downtown & Meatpacking, hier auf dem Z-Blog.

Hat sich's bald ausgebloggt?

An der "Premium" in Berlin fand im Januar ein leicht überhitztes Diskussionspanel statt, an dem der Frage nachgegangen wurde, ob Blogs die Zukunft der Modeberichterstattung seien. Dabei wurde irgendwie - wenn auch nicht klar ausgesprochen - klar, dass sie das nicht sein können oder sein werden. Weil Blogs zwar cool und frech und authentisch und direkt sind, aber bis heute für niemanden eine vernünftige Erwerbsbasis darstellen. Weil jeder Blogger, der es jetzt "schafft", schleunigst zum Print wechselt. The Sartorialist arbeitet für GQ, Vogue und die Kataloge namhafter Modehäuser. Ivan Rodic alias The Facehunter bringt ein papierenes Buch zu seinen besten Porträts heraus. Und die Schweizerin Play kolumniert furios in der Sonntagspresse. Um nur drei willkürliche Beispiele zu nennen.

Es war am Panel in Berlin irgendwie also spürbar, dass viele mit einem baldigen Platzen der "Bloggerblase" rechnen. Weil es zu viele, zu viele uninteressante oder unpointierte, uninformierte Blogs gibt. Kein Mensch hat mehr den Überblick. Wir werden also bald weniger, aber besser Blogs sehen, die dann vielleicht auch ein Einkommen versprechen. Die Szene wird sich professionalisieren müssen. Sie wird sich Fragen stellen müssen, mit denen sich die gedruckte Modejournaille schon lange befasst. Das wird nicht jeder Blogger überleben.

Über die derzeit am meisten diskutierte, aber wohl auch am stärksten überschätzten Bloggerin, Tavi alias "The Style Rookie", wurde in den letzten Wochen in vielen Blogs massiv abgelästert. Da ist also auch viel Neid in der Luft - auf eine, die es trotz dilettantischer Schreibe und Schulmädchenpoesiebücher-Ästhetik in die vordersten Ränge der internationalen Show schafft, wo doch all die anderen Blogger auch sitzen möchten.



Dann gibt es einen zweiten Aspekt, den man im Auge behalten muss: Die Instrumente, welche Blogger heute benutzen, sind sicherlich die (nahe) Zukunft der Medienbranche. Video, Live-Report, schnelle Kommentare, Social Networks, etc. Wir werden alle mit iPhone, iPad und ähnlichem arbeiten. Es wird bewegt und dreidimensional. Papier wird sich bald noch viel älter als jetzt schon anfühlen. Professionelle Medien werden also die Formate übernehmen. Dabei wird mancher Hobby-Blogger alt aussehen.

Und drittens, vielleicht in diesem Kontext nicht unwichtig: Es gibt auf Publikumsseite bereits einen Blog-Backlash. Persoenlich.com berichtete am Freitag folgendes: "Blogging - Teenager haben keine Lust mehr". Dort war zu lesen, dass "Teenager offenbar das Interesse am Verfassen regelmässiger, längerer Onlinebeiträge verlieren und immer mehr zu kurzen, knappen Kommunikationsformen im mobilen Web wechseln." Dies belege eine Studie des amerikanischen Pew Research Center, wonach die Zahl der Zwölf- bis 17-Jährigen, die bloggen, sich seit 2006 auf 14 Prozent halbiert hat.

Allerdings zeige die Studie auch, dass es in der Altersgruppe ab 30 Jahren leichte Zuwächse von sieben (2006) auf elf Prozent (2009) gegeben hat. Die mobile Internetnutzung hat sowohl bei ganz jungen als auch etwas älteren Usern kräftig zugenommen - plus 55 Prozent bei den 18- bis 29-Jährigen und plus 27 Prozent bei den Zwölf- bis 17-Jährigen. (Quelle: persoenlich.com)

Hermès fliegt hoch

Die französische Marke Hermès, bei uns quasi von Natur aus wohlgelitten, beweist eindrücklich, dass Qualität und "echter" Luxus auch in Zeiten nach dem grossen Finanzdebakel noch gefragt sind.

Soeben hat das Haus seine Jahresergebnisse für 2009 publiziert: der Umsatz stieg um 8,5 Prozent gegenüber 2008. Dabei hat Hermès laut dem Geschäftsbericht vor allem von einem sehr guten Weihnachtsgeschäft Ende 2009 profitiert, welches 18% über Vorjahr lag. am stärksten fiel die Erholung in den USA aus, wo Hermès 20 % zuelegen konnte, am schwächsten in Europa, wo es nur 9 % waren. Asien liegt mit 12 % Wachstum um Weihnachten gut in der Mitte.



Übrigens zeigt Hermès mit seiner ausgezeichnet gemachten, animierten Website und dem Webshop auf www.hermes.com, dass ein jahrhundertaltes Traditionshaus auch im Onlinebereich keineswegs altbacken daherkommen muss.

Anzeigen gratis drucken, Teil 2: Mango

Dolce, Bottega Veneta, Prada, Miu Miu - wir haben in jüngster Zeit hier viel über neue Anzeigenkampagnen der Modehäuser berichtet. Wir tun das, weil Anzeigenmotive ja immer auch zeitgeistige Geschichten erzählen - und wir tun es hier (also auf dem Blog), weil wir im gedruckten Blatt doch lieber die echten Anzeigen statt nur den Bericht dazu haben/hätten.

Vor ein paar Tagen haben wir auch die neuen Anzeigenmotive von Mango bekommen - natürlich haben die Spanier auch die Hoffnung, dass wir ihre laszive Scarlett Johansson umsonst in die Zeitung drucken. Bemerkenswert war die Zusendung aber nicht nur wegen der Hollywood-Schönheit, sondern auch deshalb, weil auf der CD mit den Bildern von Mario Sorrenti notabene noch geschrieben stand, dass die Fotos "nur für Titelblätter" verwendet werden dürfen. - Ist ja noch schöner! ;-) Klar, wir machen mal das Cover frei, no problem! Hier also unser "Online-Titelblatt" des Tages: Scarlett Johansson für Mango.

Miu Miu Frühling 2010

Es ist ein neueres Phänomen im Lifestyle-Blätterwald, dass die internationalen Labels nun nicht mehr Anzeigen buchen (und bezahlen), sondern die Sujets direkt der Redaktion senden, in der Hoffnung, dass diese die Werbemotive auch unentgeltlich ins Blatt druckt. Dolce & Gabbana ist dies unlängst mit der Madonna-Kampagne sehr geschickt gelungen.



Auch andere probieren es, etwa Miu Miu, die uns diese beiden Fotos des Models Lindsey Wixson (welch ein Name!) zusandte, die von Mert Alas und Marcus Piggott in London geschossen wurden.



Schöne Bilder, aber irgendwie auch sehr jung, dieses Mädchen - nicht wahr? Unsereins wurde im Dezember für die Buchung eines wesentlich weniger kindlichen Models (18 Jahre) von aufgebrachten Lesern der Pädophilie bezichtigt. Wenn man nun aber Miu Miu sieht, so müssen diese Kritiker ihre Geschütze nun doch eher Richtung Mailand justieren?

Heroic Loïc?

Wir Fashionistas lieben die Filme des Dokumentar-Filmers Loïc Prigent. Nach exklusiven sowie sehr unterhaltsamen Einblicken hinter die Kulissen von Mode-Häusern wie Chanel ("Signé Chanel ") oder Louis Vuitton ("Marc Jacobs & Louis Vuitton") zeigt heute Donnerstagabend der Fernsehsender Arte den letzten Film aus der vierteiligen Reihe "Vor der Show". Nach Fendi, Jean-Paul Gaultier und Proenza Schouler kann man heute Abend die letzten Stunden vor dem letztjährigen, spektakulären Jubliäums-Défilé von Sonia Rykiel erleben.

Aufschlussreich sind Prigents kurzweilig geschnittenen und mit amüsanter Musik untermalten Filme alleweil. Dass er aber einer seiner Filme sogar für politische Veränderungen und für Aufmerksamkeit im internationalen Modebusiness sorgt, ist schon spektakulär.

Für seinen Film "Habillées pour L'été 2010", in dem er mit Hilfe der Pariser Mode-Reporterin Mademoiselle Agnès sich auf die Suche nach dem Nachwuchs der Pariser Modeszene macht, sprach die durch den Film führende Moderatorin Mademoiselle Agnès Anna Wintour auf ihre Meinung über die fehlende Nachwuchs-Unterstützung in der Pariser Modeszene an. Wintour weist darauf hin, dass es schade, sogar eine Schande sei, dass die Modemetropole Paris in keinerlei Hinsicht Nachwuchsförderung von Modedesignern betreibt. In allen anderen Städten, New York, Milano und auch London gäbe es ja Nachwuchsfördernde Veranstaltungen oder Programme.

Anna Wintour, Christian Estrosi, Carine Roitfeld
(Photo: AFP/Getty Images)

Und nun kommt der Knüller: ein paar Monate nach Erscheinen des Dok-Films, genauer gesagt letzte Woche zur Haute Couture-Woche, traf sich Wintour mit dem französischen Industrie-Minister Christian Estrosi, in Begleitung ihres Kollegen Hamish Bowles und ihrer französischen Kollegin Carine Roitfeld, Chefredaktorin von Vogue Paris. Wintours Kritik am fehlenden Support der französischen Regierung in Sachen Modenachwuchs und ihr Verhandlungstalent brachte nicht nur dieses aussergewöhnliche Meeting zusammen sondern offenbar erste Einsichten und Versprechen von Seiten der Regierung zustande. Lesen Sie mehr darüber im Artikel des Wall Street Journal.

Während Anna Wintour schon seit einigen Saisons in New York Veranstaltungen und Aktionen für den Mode-Nachwuchs organisiert und unterstützt, ihre Kollegin Franca Sozzani ebenso in Mailand, blickt die internationale Mode-Welt gespannt auf Carine Roitfelds Initiative. In fünf Wochen findet in Paris die wichtigste Zeit des Mode-Jahres statt: die Damen Pret-a-Porter Modeschauen. Vielleicht wird dann Loïc Prigent und Mademoiselles Agnès' Anliegen ihres Filmes, mehr Unterstützung für die jungen Pariser Kreateure, dann schon erste Früchte zeigen.

Die dunklen Krallen unserer Truppe

Die dunklen Krallen unserer Truppe

Heute beim Mittagstisch stolz präsentiert: der Nagellack 'you don't
know jacques' von OPI. So ähnlich wie 'particuliere' von Chanel, aber
billiger.


Die neuen, bewegten Werbe-Bilder

Schlechte Zeiten für die gedruckte Presse: Immer mehr wegweisende Firmen gehen dazu über, bewegte Video-Werbekampagnen statt statischer Anzeigen zu lancieren. It-Girl Lou Doillon tanzt für Modedesignerin Vanessa Bruno, und zwar hier, und Prada hat den Kunst-Kurzfilm "First Spring" von Yang Fudong ins Netz gestellt. Muss man sehen, um die Zukunft zu verstehen, für die sich nichts so sehr anbietet wie das iPad von Apple ...

vive la pop-musique!

Endlich ist es soweit: Die Zürcher Band Mr. Soul, unserer Meinung nach eine der spannendsten, hiesigen "upcoming" Musikergruppe, tauft kommenden Samstag ihre erste 10 "-Platte auf den Namen" Stretchin Out"!!

Z Magazin Leser mögen die beiden sympathischen Kerle von Mr. Soul, Lukas Müller und Arthur Fornallaz, aus der letztjährigen Männerschmuck-Strecke kennen (Z Magazin von Frühjahr 2009), in der sie von Fotograf Pierluigi Macor mit Schmuck porträtiert wurden:
Mr Soul

Und was für tolle Musik spielen die beiden Jungs?
Eingängige Popsongs mit viel Synthisizer und Rock und Punk, deren Einflüsse von Bob Dylan, Neil Young bis hin zu Giorgio Moroder oder Frank Zappa reichen.
hören Sie rein oder besuchen sie die Plattentaufe, es lohnt sich.
Mr. Soul schaut man gerne beim Performen zu. Sie werden von Auftritt zu Auftritt immer besser und bieten doch immer eine solide, leicht subversive Performance.
vive la pop-musique.

Samstag, 30.1., Perla Mode, Brauerstr. 37, Zürich.
www.myspace.com/mrsoultheband
Mr Soul



Ob das New York genauso lustig findet wie Zurich?

Ob das New York genauso lustig findet wie Zurich?

Eben in Zurich gespottet: Schauspielhaus-Affiche für ein neues Stück,
das im Titel ein weltberühmtes Mode- und Kosmetiklabel aufs Korn
nimmt. Ob Calvins Anwalt mitschmunzelt?





Von meinem iPhone gesendet

Beiträge 1 - 10 / 805