Armani Privé

Heute Dienstagvormittag präsentierte Giorgio Armani seine Haute Couture Kollektion Armani Privé im Palais Chaillot in Paris. Die vielen Stufen zum Saal hinunter waren in weichem, roten Teppich gekleidet und mit schummrig rotem Licht beleuchtet. Ganz in Rot gekleidet kam auch die australische Schauspielerin Cate Blanchett. Die Gute fuhr pünktlich um elf Uhr (dem geplanten Präsentations-Start) vor und verursachte mit ihrer Präsenz selbstverständlich einen grossen Paparazzi-Auflauf. Die Show begann mit 35-minütiger Verspätung. Warum können Stars und Spezial-Gäste nicht einfach zeitig auftauchen?

armani Privé cate

Für die Kollektion liess sich Meister Armani von einem asiatischen Thema inspirieren. Schmal geschnittene Kleider mit Pagoden-Schultern, eingearbeiteten Bustiers und in schwarzem Samt oder der speziellen Farbe Mandarine waren knöchellang und erlaubten den Models nur kleine Schritte - keine Kleider für den anschliessenden Aufstieg über die Treppen zum Hauptausgang, dachte man sich nach der Show, aber eher etwas für Red-Carpet-Stars, oder besser gesagt, für das ganze Business drumherum: glamourös und für eine hastige Flucht vor Fotografen gänzlich ungeeignet.

Armani Privé
Armani Privé
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armani Privé giorgio

Haute Couture Schauen in Paris

Gestern Montag haben in Paris die Haute Couture Schauen der Herbst-/Wintersaison 2011 begonnen. Bis am Donnerstag werden etwa zwei Dutzend Kollektionen der hohen Schneiderkunst präsentiert.
Den Start machte am Montag das Maison Martin Margiela mit seiner Linie 0, der Artisanal Collection mit unkonventionellen Materialien (PVC, Nylon-Vorhangstoff, Teppich-Klebeband) und radikalen, dekonstruierten Looks:
Margiela Artisanal
Margiela Artisanal2

Im folgenden Bild sehen wir einige Kreationen von Alexis Mabille, der in einen Märchenwald einlud und sich von allerlei Getier inspirieren liess (und im Vordergrund: die Haarpracht der Modereporterin der International Herald Tribune, Suzy Menkes; im Hintergrund: der weisshaarige Didier Grumbach, Präsident der Fédération Française de la Couture, du Prêt à Porter des Couturiers et des Créateurs de Mode):
Alexis Mabille haute couture

Atelier Versace präsentierte seine knallbunte und kitschig-glamouröse Haute Couture Kollektion ganz versteckt und in einem intimen Rahmen im Hotel Plaza Athénée. Ein paar Detailaufnahmen der aufwendig gearbeiteten Roben:
Atelier Versace2Atelier Versaceatelier Versace3

Extremere, weniger traditionelle Looks gab es bei der jungen Holländerin Iris Van Herpen, die übrigens diese Woche auch mit ihrer Frühjahr-/Sommer 2012 Kollektion an der Berlin Fashionweek dabei sein wird:
Iris Van HerpenIris Van Herpen2Iris Van Herpen3Iris Van Herpen4Iris Van Herpen5

Und zum Abschluss des ersten Tages der Haute Couture Schauen gab es nochmals eine Portion Maison Martin Margiela im Hotel La Maison Champs Elysée. Dieses zeigt sich in neuem Kleide: das gesamte Erdgeschoss, sieben Suiten und zehn Zimmer wurde unter der künstlerischen Leitung des MMM neu gestaltet. Gestern Montagabend wurde die Wiedereröffnung offiziell mit einem Masken-Cocktail gefeiert.La Maison Champs Elysee Margiela

Schweizer Mode in Paris

Vergangenes Wochenende waren während der Pariser Männermodetage auch zwei Schweizer mit ihren Kollektionen anzutreffen: der junge Männermodedesigner Julian Zigerli und der Hut-Unternehmer Rolf Hellat von Le Tom waren beide mit einem Messestand an der kleinen Modemesse Rendez-Vous anwesend. Wir haben die beiden besucht und ihre neueste Kollektion angesehen.

Rolf Hellat Le Tom
Rolf Hellat war diesmal zum zweiten Mal mit seiner Hutkollektion Le Tom an der Rendez-Vous anwesend. Benannt ist sein Label nach seinem Bruder, Tom, der ein ihm bei seinem kleinen Strohcap-Unternehmen unter die Arme greift. Vor zwei Jahren ist die Idee entstanden einen Strohhut zu realisieren, der eine Mischung aus Caseball-Cap und klassischer Fedora ist. Ziemlich schnell ist Hellat auf Erfolg gestossen; nicht nur im Inland, sondern auch im fernen Japan, sind seine Hüte beliebt. Gefragt sind mittlwerweile auch klassische Strohhut-Modell mit der üblichen Krempe.
Le Tom 3
Heute hat Le Tom über zwanzig Modell im Angebot und der self-made-Man Rolf Hellat ist um einige Erfahrungen reicher. Das Rohmaterial Stroh bezieht er in Panama, verarbeitet werden die Hüte in China, Italien oder in einem kleinen Strohatelier in Fribourg, das auf einen grossen Fundus an über zwanzig Jahre alten Strohbändern zurückgreifen kann.
Wir ziehen unsern Hut ob soviel Einfallsreichtum und unternehmerischer Gewandtheit.
Le Tom 2
Neuestes Modell: Baseball Flat Cap aus 78 Gramm Stroh.

Le Tom
Vorne: Das Goldwand Stroh Cap aus echtem Weizenstroh und in Schweizer Handarbeit gefertigt.


Julian Zigerli
Julian Zigerli war zum ersten Mal an der Rendez-Vous Messe und präsentierte dort seine zweite Kollektion. Schon mit seiner ersten Kollektion hat er schon erste Geschäfte gewinnen können, z.B. den coolen Wok Store in Mailand und weitere Geschäfte in Tokyo, Hongkong und Seoul.
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Für Frühjahr/Sommer schickt er mit einer urbanen Outdoor-Kollektion seine Männer über Stock und Stein. Sportliche, urbane Schnitte mit fantasievollen Drucken auf atmungsaktiven Materialien, so sieht seine Mode aus. Eyecatcher ist diesmal ein Print mit gelben, orangefarbenen, grauen und braunen Flechten. Verwendet wird der Druck zum Beispiel für eine Jacke aus einer Seide-Baumwollmischung.
Julian Zigerli 3

Er verwendet gerne Schweizer Stoffe wie zum Beispiel der regenfesten und winddichten EtaProof-Baumwolle der Firma Stotz. Auch für seine witzigen Spiral-Mützen wird Filz aus der Schweiz verwendet. Produzieren lässt Zigerli seine Stücke in Bulgarien.
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Wenn man vergleicht, was der Grossteil der anderen Modedesigner an den Männermodetagen präsentiert haben, so liegt Zigerli mit seiner freizeitlich und sportlich orientierten Kollektion mit Mesh- und Hightech-Materialien, funktionalen Details, robusten Sandalen und einer stimmigen Farbpalette von Ocker über Knallblau bis hin zu steinfarbenen Grautönen voll im Trend. Uns gefällt der ausgefallene und doch funktionale Stil des jungen Schweizers.
Und hier noch weitere Bilder aus Julian Zigerlis Frühjahr-/Sommer 2012 Lookbook, stimmig fotografiert von der Schweizer Fotografin Amanda Camenisch:
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Rumstehen und cool aussehen

Während den Fashion Weeks gibt es viel zu sehen, nicht nur auf den Laufstegen, sondern auch rund um die jeweiligen Orte an denen die Kollektionen präsentiert werden.
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Modefans und Fashionvictims, die während den Modewochen an jeder Ecke mit speziellen Outfits auffalen, hat es schon immer gegeben. Doch seit einigen Saisons hat sich eine Garde sehr junger Männer, eher Jungs, die mit ihrem androgynen Wesen und einem überstylten Outfit an Blogger wie Bryan Boy oder Tommy Ton erinnern, und vom Modevolk auch gleich in die Blogger-Ecke geworfen werden.
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Man hat den Eindruck, dass diese Gestalten vor allem eins im Sinn haben: an den Modewochen herumstehen und cool aussehen und von möglichst vielen Fotografen und anderen Bloggern fotografiert zu werden. Ein paar Eindrücke des Fotografen Mathieu Merceret.
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(alle Fotos: Mathieu Merceret)

Safari, Safari

Nächsten Sommer geht bei Männern nichts ohne eine coole Safari-Jacke:
Vuitton Safari
Louis Vuitton.
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Maison Martin Margiela.
Roland Mouret Mr safari
Roland Mouret Mr.
ysl safari
Yves Saint Laurent.

Die Männerfarbe für nächsten Sommer

Auf den Pariser Laufstegen der Herrenkollektionen gesichtet: die Farben Senf und Ocker.

Acne:
Acne senf

Von links nach recht: Roland Mouret, Paul Smith, Julian Zigerli.
Senf ocker

Mokassins von Ami und geprägtes Wildleder-Hemd von Hermès:
senf ocker details

v.l.n.r.: Henrik Vibskov, Dries Van Notenm Hermès, Flechten-Print von Julian Zigerli.
senf ocker 2

Lanvin:
senf lanvin

Ein Freund in Paris

Zugängliche und erschwingliche Mode in guten Qualitäten, das ist das Konzept des dreissigjährigen Franzosen Alexandre Mattiussi.
Ami Alexandre Mattiussi

Der Name seiner Marke Ami steht einerseits für die Abkürzung seines eigenen Namens, soll aber auch den Geist der Marke, unkompliziertes Beisammensein mit Freunden, widerspiegeln.

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Er hat für Marken wie Marc Jacobs, Givenchy oder Dior gearbeitet, war frustierter, dass er selber in der Welt der ausgefallenen und teuren Kreationen keine Teile für die persönliche Garderobe finden konnte. Nun präsentiert er mit seit wenigen Saison seine Vorstellung von Mode: ein globaler Stil, für ganz normale Männer, die einfach einen guten Mantel, ein Sakko oder eine weisse Jeans suchen.
ami ss12
aMi shoes

Ein Konzept, das sich nicht im Luxus-Sektor sieht, sondern im erschwinglichen Premium Bereich angesiedelt ist. Seine Preise sollen moderat sein. Ein Jackett kostet bei Ami eta 400 Euro, ein Hemd 120 Euro.
Zukünftig will er pro Saison Sondereditionen herausbringen, bei denen persönliche Entwürfe von eingeladenen Freunden realisiert werden. Ein sympathisches Konzept, von dem noch abzuwarten ist, in welcher Weise es sich von ähnlichen Marken wie zum Beispiel A.P.C. unterscheiden wird. Dass jedoch Geschäfte wie Barneys in New York, Le Bon Marché in Paris, 10 Corso Como in Mailand oder mrporter.com seine Kollektionen verkaufen, spricht für ihn.

Schön flach und sommerlich gelb

Zwei Schweizer Brillenhersteller setzen diesen Sommer auf flache Sonnenbrillen. Das Highlight der neusten Sonnenbrillen-Kollektion der Wädenswiler Marke Götti heisst Xeno und ist u. a. in leuchtendem Gelb erhältlich.
götti xeno
Xeno: 396 Fr. (www.gotti.ch).

Xeno ist Teil der Kollektion Spin & Stow, deren Modelle mit einem um 180° drehbaren Bügelsystem ausgerüstet sind. So hat die Brille in jeder Tasche Platz.

Schön flache Sonnenbrillen zu produzieren, diesem Credo hat sich die junge Zürcher Firma Strada del Sole seit 2007 mit ihrem patentierten Klick-Bügel verschrieben.
Der Zufall will es, dass auch ihr Eyecatcher SDS016 der neusten Linie Twin eine Pilotenbrille in leuchtendem Gelb ist:
SDS016, ca. 400 Fr. (www.stradadelsole.ch).
strada del sole twin

Acne SS12

Den Abschluss der Pariser Männermodeschauen machte die schwedische Firma Acne.
Auch hier sah man viel Freizeit-Looks, Sportswear-Einflüsse und sichtbar leichte Textilien.
Ein paar Schnappschüsse:
Acne SS12
acne SS12
acne SS12
acne SS12

Thom Browne SS12

Der Amerikaner Thom Browne zeigte am Sonntagabend seine Männerkollektion ganz im Stile der zwanziger und dreissiger Jahre und wählte als Location das schummrige Nachtlokal Maxim's. Bei Temperaturen von dreissig Grad und stickiger Luft, wartete man an kleinen Tischchen bei klimpernden Pianoklängen und einem (oder zwei oder drei) Gläsern Champagner auf den Beginn der Show.
thom browne ss12

Was kam, war eher auf der grausligen Seite, aber bis zu einem gewissen Grade auch unterhaltsam. Browne ist bekannt für gewisse exzentrische Inszenierungen rund um sein Lieblingsthema, dem Anzug. Der kam in allen Variationen, vor allem in rot-blau-weissen Streifen, ein weiteres Browne Merkmal. Diesmal wurde frivol mit Perlen und Fransen dekoriert. Ziemlich abgefahren und nach zehn Looks wirkte die Übung etwas redundant.
thom browne
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Auch der Soundtrack der Show war etwas gar kitschig : Welcome von Cabaret, C'est si bon von Eartha Kitt, La vie en rose von Marlene Dietrich...
thom browne ss12
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