Es gibt die Mode, die über die Laufstege von Weltmetropolen stolziert, in den Modeheften präsentiert wird und von den schicksten 5% der Bevölkerung getragen/interpretiert wird. Und dann gibt es die Kleider, die die Leute wirklich tragen, die man auf der Strasse, in der Subway, im Tram etc. studieren kann. Modefachleute scheinen manchmal zu vergessen, dass sich die meisten Leute nach ganz anderen Kriterien kleiden, von der das Portemonnaie kein geringes ist, gefolgt von der Bequemlichkeit und der Pflegeleichtigkeit, vor allem in Amerika. Diese Mode - wie z.B. Jeans und Sweatshirts bei Teenagern - fällt meist gar nicht genug auf, dass man sich den Kopf darüber zerbrechen würde. Ausser sie fällt negativ auf. Wie jeden Sommer brachte auch dieser wieder ein paar Modesünden ans grelle Sonnenlicht. Was ich bestimmt nicht vermissen werde, ist die unsägliche Gauchohose.
Das modische Ungeheuer begann sich in Amerika vor drei Jahren auszubreiten und wurde an Stars wie Jessica Simpson gesichtet, (was meine Vorurteile gegen sie nur bestätigt). Eine weite Hose aus dünnem Jersey, die knapp bis über das Knie reicht. Das grösste Problem ist jedoch, dass der dünne Stoff am Körper klebt und zwar sosehr, dass er auch den geringsten Ansatz eines Fettpölsterchen oder von Orangenhaut anzeigt. Die Gauchohose sieht deshalb bei 99% aller Frauen vor allem von hinten unmöglich aus. Beim restlichen Prozent wirkt sie auch nicht besonders chic. Ich halte mich seit jeweils an eine einfache Faustregel: Sieht ein bestimmtes Kleidungsstück, ein Schnitt oder auch ein Material bereits an einem Model (oder einer Zivilistin mit Model-Figur) schon unvorteilhaft aus, sieht es an allen anderen bestimmt nicht besser aus und man sollte die Finger davonlassen.
Ebenso nicht vermissen werde ich die Shorts der männlichen Besucher in meinem Fitnessclub. Selbst unter den züchtigen Amerikanern, die auch bei 40 Grad nie ärmellose T-Shirts tragen, scheint es genug Männer zu geben, die Shorts für den Workout irgendwie o.k. finden. Die Rede ist hier nicht von modischen langen Bermudas an 25jährigen strammen Burschen, sondern von diesen kurzen Knabenshorts an Männern, die den 25. Geburtstag vor zehn oder zwanzig Jahren gefeiert haben..... Es ist nicht appetitlich...