Was machen die grossen Modemagazine in Zeiten der Rezession? Statt weiterhin glänzende Modestrecken zu zeigen, die das elegante Leben in Luxus vermitteln, werden einige Moderedakteure, Stylisten und Fotografen erfinderisch und integrieren in ihren Shootings Selbstgebasltelte Accessoires. Das ist der Vorteil der Fotografie, auf welche gut ausgeleuchtete banale Basteleien aus Abfall und Aluminiumfolie wirklich wertvoll erscheinen.
Dennoch sind diese Bilder auch inspririerend und wecken die Lust ein wirklich originelles Accessoire selbst zu kreieren um der eigenen Garderobe eine persönliche Note zu geben. Die Mode 2009 ist nicht mehr nur aalglatt und perfekt. Der Eindruck von Selbstgemachtem und - Gebasteltem wird auch bei Designermarken wie MiuMiu betont: mit groben Stoffen wie Jute-artigem Gewebe, zum Teil mit Sprayereien versehen, und Seidenkleidern mit Lochmuster ist die Linie von Miuccia Prada das beste Beispiel diesen Sommer:
Für die
italienische Vogue zeigt Meister-Modefotograf Steven Meisel (welcher seit 1988 jedes Cover dieser Zeitschrift fotografiert hat und Anfang Mai im Costume Institute des New Yorker Metropolitan Museums eine grosse Ausstellung eröffnet) teure Designerkleider in Secondhand-Shop Manier. Da wird einfach übergestülpt, was einem in die Hände kommt.

Wir denken an Grunge und sind dennoch fasziniert, dass am Schluss der Strecke ein Close-up gezeigt wird, auf dem man grob mit Stoff überzogene Pumps sieht. Irgendwie doch noch reizend.

hier geht es zur Strecke:
www.style.it/cont/vogue/photo/default.asp
Die aktuelle Ausgabe des britischen
Another Magazine bietet sogar mehrere Modestrecken, bei denen die Stylisten Selbstgebasteltes zu einem teils essesntiellen Element des Stylings integriert haben.
Stylistin Cathy Edwards schmückt die Designer-Looks der Saison in einer wunderschön fotografierten Strecke von Martina Hoogland Ivanow mit selbstgebastelten aber kostbar wirkenden Broschen und Schmuckstücke aus Glas, Folie und Zeitung:
In einer anderen Strecke schmückt Stylist Panos Yiapanis seine Looks mit versilberten und vergoldeten Blumenkreationen, welche er von seinem persönlichen Studio fertigen liess, nicht schlecht:
Die Strecken des aktuellen Another Magazine inspirieren. Manche auf eine ganz archaische, fast plumpe Art, wie im Falle des angesagten Stylisten Olivier Rizzo, welcher in einer Schwarz-Weiss-Strecke die Supermodels Pin-up-artig inszeniert und die Looks mit angehefteten Fotokopien und zusammengeklebten Bustiers aus Plastic-Tüten und Karton aufpeppt.
Kinda cool.