Milano Menswear: Versace


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Zwischen Luxus-Tuareg, Fremdenlegionär und Wüstengigolo. Versace präsentierte in Mailand eine helle Farbpalette und da und dort schöne Details und Geistesblitze, aber als ganzer Look noch zu sehr im Powerdressing und Herzeige-Hedonismus der alten Zeit verhaftet. Immerhin lässt sich aber feststellen: Die Konstruktion ist weicher und die Proportion fliessender. Die unter dem Sakko getragene Djellaba war dann aber doch eher etwas für den Bazar in Kairo.


Bild: Keystone

Milano Menswear: Bally

Nach dem überraschenden Abgang von CEO Marco Franchini segelt Bally derzeit ohne Kapitän durch eine recht raue See. Immerhin sitzt weiterhin Creative Director Brian Atwood im Krähennest, der nach dem Wind Ausschau hält und die schlimmsten Klippen umsegelt. Schön waren die in Mailand präsentierten patinierten Schuhe und neuen Leinen-Canvas-Sneakers. Oder auch die endlich in angemessener Weise überarbeitete Toplinie Scribe!





Milano Menswear: Tod's in der Villa Necchi

Star-Unternehmer Diego Della Valle, chef von Tod's, hat in seinen Archiven einen etwas exzentrischen, aber im Grunde gut zur Saison passenden Seglerschuh mit druchgehender Gummisohle ausgegraben. Natürlich kann dieser nach JFK's Yacht „Marlin“ benannte Schuh nicht an den Welterfolg seiner Gumminoppen-„Gommini“ anknüpfen, aber er gibt – so wie die sehr schöne Nautik-Tasche aus Nyloncanvas auch – einen Fingerzeig, welches Thema nächsten Sommer den Wind in den Segeln hat.



Eine absolute Wohltat und kulturelle Bereicherung war auch die Präsentation der Kollektion in der hinreissenden Villa Necchi, einem der schönsten Mailänder Privathäuser aus den dreissiger Jahren, entworfen von Piero Portaluppi.



Milano Menswear: Marni

Consuelo Castiglioni hat bei Marni ihr ganz eigenes Vokabular der Eleganz geschaffen, das sie jede Saison scheinbar mühelos neu durchexerziert. Für Sommer 2010 werden die Schnitte ihrer Männermode kastiger, wobei öfters auch mehrere Jackenschichten übereinander gelegt werden.





Milano Menswear: Hussein Chalayan meets Puma

Der PPR-Konzern, Eigentümer von Puma und damit auch Hausherr bei Hussein Chalayan, verwebt die einzelnen Marken immer stärker zu einem Multimarkengeflecht, das sich gegenseitig befruchten und befeuern soll. Und so präsentierte Hussein Chalayan für/mit Puma einen mit Bildern von bedrohten oder ausgerotteten Tierarten bedruckten Charity-Tote-Bag, der auf den Film „Home“ verweist und die im Online-Handel fünfzig Euro kostet. Der Erlös geht an Initiativen zur Rettung der Tiere und Umwelt. Ein sichtlich von den aktuellen Ereignissen in Teheran aufgewühlter Hussein Chalayan predigte anlässlich des Lancierungs-Cocktails von der Notwendigkeit, dass sich Mode auch poltisch und ethisch einmischt.

Milano Menswear: D&G

Hier sind sie wieder, die kernigen Countryburschen in Jeans, Boots und Denimhemden! Ein Evergreen geht in die tausendste Runde, und natürlich trägt er bei D&G zerschlissene Fivepockets und mit Nieten besetzte Chambray-Hemden.




Bilder: AP

Milano Menswear: Emporio Armani

Das Highlight dieser in vielen Facetten mit vorhergegangenen Präsentationen austauschbaren Emporio-Armani-Show namens „City Connections“: eine Oben-ohne-Mountainbike-Stunt-Einlage von Bike-Trial-Weltmeister Vittorio Brumotti.



Des weiteren in Sachen Mode: Zahlreiche Grauvarianten, die das von Prada angedachte Thema in eine kommerzielle Richtung drehen. Doch dazwischen gab’s eindeutig zu viele in Shorts und knapp sitzende rote Lederjacken gehüllte Muskelpakete, die schweres Nyloncanvas-Gepäck über den illuminierten Laufsteg des Teatro Armani schleppten.


Bilder: AP

Milano Menswear: Z-Zegna

Alessandro Sartoris „Street Dandy“ liess Momente aus der Welt von Charles Dickens anklingen und versuchte, die elongierte, elaborierte Silhouette jener Zeit mit dem ambitionierten Avantgardisten von heute zu vermählen.

Das war stellenweise etwas gar kreativ, aber zwischen den zerknautschten Zylindern und zweifarbigen Stiefeletten waren, in Einzelteilen betrachtet, doch einige sehr innovative Stücke zu erkennen, die den für seine teuren Anzüge weltbekannten Zegna-Konzern nun auch bei den modisch anspruchsvollsten Konsumenten ohne Krawattenzwang in Position bringen sollen.






Bilder aus STYLE.COM

Super-Thom für Moncler

Die Modenschau von Thom Browne für MONCLER Gamme Bleu gestern abend im Hallenbad Piscina Cozzi in Mailand gehört zum feinsten, was in so einer Modewoche geschehen kann: ein wunderbarer Ort, eine ausgezeichnete Choreographie und eine ideenreiche Kollektion. Ganz grosses Kino der Aufmarsch der Models und Schwimmer.


Aufmarsch von rund sechzig Models in weissen Badenmänteln mit Kapuzen.


Die strenge Schönheit des Hallenbads Piscina Cozzi.


Während die Models ihre Runden ums Becken drehten, schwammen 20 Schwimmer Längen in Crawl.


Auch die Zürcher Mode-Unternehmerin Trudie Götz, im Bild mit Designer Thom Browne, war restlos begeistert von Inszenierung und Kollektion.

Männermode aus Mailand für Sommer 2010: First impressions


In Mailand werden seit Freitagabend die Menswear-Kollektionen für Sommer 2010 gezeigt. Den Auftakt machte Ex-Brioni-Boss Umberto Angeloni, der mit seinem neuen Label "Uman" drei Jacken und einen Anzug allerhöchster Fertigungsqualität zeigte.


Das exotischste Stück der "Uman"-Kollektion ist der Gartenmantel "Majorelle" mit seinen blütenverzierten Knöpfen und den grossen Blasebalgtaschen.

Einen überzeugenden Auftakt der Modenschauen legte Ermenegildo Zegna hin: sehr relaxt, sehr zeitgemäss und unprätentiös die Kollektion, perfekt abgestimmt die Farben von Sandgrau über Schlamm bis hin zu einem feinen Pflaumenrot. Ein höchst lobenswertes Novum: "Free Seating" an der Modenschau und ein Defilee, das nur acht Minuten dauerte, dafür drei Mal wiederholt wurde! So macht die Modewoche Spass.


Ein unscharfes Handybild von Ermenegildo Zegna. Sobald besseres Material vorliegt, werden wir es posten!

Der Brite Wallace Faulds, davor Designchef der Männermode bei John Galliano, gab sein Debüt als Creative Director von C.P. Company. Ansatzweise interessant und in den Farben ungewöhnlich, aber in den Looks zu wenig neu und stimmig. Hier muss noch ein Weg gegangen werden, bis alles zusammenpasst. Da half auch Star-Stylist Simon Foxton wenig.



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