Modewoche Mailand: Jil Sander

Raf Simons, einer der intelligentesten und nettesten Menschen im internationalen Designzirkus, dürfte derzeit keine leichte Zeit bei Jil Sander haben. Wechselnde Besitzer, Managements und ein harter Sparkurs könnten dem Belgier schon die Laune verderben. Doch er lässt sich nichts anmerken - zumindest verbal nicht. Doch in der Kollektion selbst, die Simons gestern für das einst so angesehene Hamburger Label präsentierte, ist diese Spannung und innere Zerrissenheit erkennbar. "Land Art" war die Inspiration für eine Kollektion, die zwar viele interessante Ansätze hatte, sich aber bis zum Schluss nicht zu einer einzigen klaren Aussage verdichtete. Zu viel gewollt, zu wenig erreicht. Das Leiden geht weiter.


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Modewoche Mailand: Versace

Wack, boom, bang - in your face! Donatella Versace kehrt erstmals ohne falsche Scham zum Kern der Marke zurück und präsentierte am Freitagabend in Mailand eine Kollektion, die nichts für Mädchen mit schwachen Nerven (oder kurzen Beinchen) ist - "hardcore sexy". Die Taille der Röcke sitzt an der Unterkante der Beckenschaufel, der Saum knapp über dem Schambein. Mit solchen knallengen und kurzen Sachen kann man wohl nur stehen - oder liegen. Aber hinsetzen geht nicht. Macht nix, muss ja auch nur auf dem Laufsteg toll aussehen. Und das tat es, auf seine ganz eigene Weise.


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Modewoche Mailand: Hogan

Die Luxusmarken-Gruppe von Diego Della Valle ist dabei, neben Fay und Tod's auch das Label Hogan zu einer vollwertigen Kollektion auszubauen. Der Fokus liegt nach wie vor auf Taschen und (sprotiven) Schuhen, doch werden diese Merkmale nun langsam auch auf Outerwear ausgeweitet. Impressionen der gestrigen Präsentation im PAC in Mailand.



Modewoche Mailand: Gianfranco Ferré

Tommaso Aquilano und Roberto Rimondi sind dabei, den arg darnieder liegenden Namen Gianfranco Ferré mit einer Mischung aus Drapierkunst und textiler Architektur wieder relevant zu machen. Der Farbaufbau der Kollektion ist gut gelungen, die Materialien und verwendeten Verarbeitungstechniken sind exquisit und der Look modern. Einziger Wermutstropfen: der Kollektion fehlt etwas der Bezug zu Alltag und Strasse. Die Kreationen sind samt und sonders zu delikat, um damit ernsthaft ins Büro zu gehen oder in eine Strassenbahn zu steigen.


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The new shoulders

Wenn sich ein Trend rasend schnell in den Strassen und in den Looks der Fashionistas in Mailand materialisiert hat, dann ist es die neue Schulter: gepolstert, ein bisschen zur Seite hinausgebaut und manchmal gar zum Himmel hoch aufragend. Balmain hat also mit seinem Wagnis Modegeschichte geschrieben - und Zara macht es nun für alle zum Thema. Impression aus einem Schaufenster in Mailand.

Modewoche Mailand: Funny Green Cars

So etwas würde die notorischen Parkplatz-Heuler von Zürich sicherlich kräftig auf die Palme bringen: Fiat hat die Mailänder Innenstadt okkupiert, mit einer Reihe von sehr ungewöhnlichen Blumentöpfen: aus den offenen Dächern von einem Dutzend 1:1-Modellen des neuen Fiat 500C wachsen Bäume. Ein netter Ansatz, Mailand etwas "grüner" zu machen. Aber eben: ein paar Parkplätze muss man dafür schon opfern.

Modewoche Mailand: Stefanel

Das Strick- und Casualwear-Unternehmen STEFANEL reitet derzeit auf einer guten Welle: die Looks sind diesne Herbst modern, der Strick hervorragend, das Styling knackig. Angesichts dieser Umstände würde kaum jemand wagen zu behaupten, dass diese Firma inzwischen auch schon 50 Jahre auf dem Buckel hat? Gestern wurde dieser Umstand in Mailand gefeiert: Giuseppe Stefanel, Model Daria Werbowy und Fotograf Mario Testino stiessen fröhlich auf den runden Geburtstag an.


Modewoche Mailand: Prada

Man nehme: zwei Ständer mit grossartiger Haute Couture von Cristobal Balenciaga, hacke sie sehr grob und schmecke sie mit einer kräftigen Prise Raf Simons ab, streue grosszügig Kronleuchter-Kristallsteine (von Swarovski) drüber und dekoriere alles auf einer Fototapete mit einer unbschwerten Strandszene aus Rimini - fertig ist Miuccia Pradas wie immer verstörend eigenartiges Menu für Frühling 2010. Unterschwellig war auch der dekonstruierte Männeranzug vom Juni dieses Jahres dabei, natürlich feminisiert. Auf den Tisch kommt übrigens noch ein Sträusschen monochromer Inkjet-Blumen. Ein starker, unverkennbarer Look - ob's auch gefällt, ist wie immer eine andere Frage.


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Modewoche Mailand: D&G

Das ist sicher ein Trend, der von Yendi, Zara & Co. dankbar aufgenommen wird: Los-Angeles-Rock-Chic-Cowgirls mit Denimhemden und Fränseli-Stiefeln. Eine perfekte Variante, die liebgewonnen Jeans- und Boyfriend-Styles mit einem neuen Dreh zu versehen und für Frühling 2010 nochmals in die Läden zu bringen. Dankbar, wie D&G hier der ganzen Industrie einen Ball zuspielt!


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Modewoche Mailand: Giorgio Armani

Ja so blau, blau, blau blüht der Enzian ... und so blau ist offenbar auch Giorgio Armani, der seine ganze Frühlingskollektion 2010 gestern Donnerstag in ein blaues Farbbad tauchte. Konstruierte, scharf geschnittene Linien und akzentuierte Schultern liegen im Widerstreit mit fleissenden Hosen und ballonartigen kurzen Rockvolumen. Ein Novum: das kurze Abendkleid auf flachen Schuhen. Im Publikum war Roger Federer, ganz casual in offenem Hemd und Pullover, der artig das Armani-typische Zwischenapplaus-Ritual mitspielte.


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