Mailand und die Mode - Tag 6 von 7

Die Mailänder Modewoche neigt sich dem Ende zu ... Der Tag begann mit einer STARKEN Präsentation von MARNI - fokussierter, unverschnörkelter und präziser als in vielen Saisons davor! Consuelo Castiglioni reduziert ihr Repertoire, ohne de Faden zu verlieren.



Später ein wundervoller, emotionaler Moment, als Angela Missoni, Chefdesignerin von MISSONI, ihren mittlerweile über neuzigjährigen Vater Ottavio "Tai" Missoni zum Schluss einer rundum gelungenen Präsentation für Herbst/Winter 11/12 auf den Laufsteg bittet und dieser seine Tochter triumphierend durch die Menge begleitet ... (Sorry, mieses Bild)



Und dann die BESTE Präsentation der Woche, die nicht auf dem Laufsteg stattfand: PIAZZA SEMPIONE in der unglaublich schönen Wohnung des Film-Setdesigners Oliverio Leti, wo alles aussah wie in einem Traum, der nicht aufhören sollte (inkl. Kollektion). Ein guter Tag in Mailand!

Mailand und die Mode - Tag 5 von 7

Von BOTTEGA VENETA, die gestern den Reigen der Schauen des fünften von siebenVeranstaltungstagen der Mailänder Modewoche eröffneten, lässt sich sagen, dass es zwar recht typisch nach Bottega Veneta aussah, aber auch ein bisschen nach Prada. Kann am Styling gelegen haben, mit den sehr hohen Post-Rehab-Frisuren im Sinne von Amy Winehouse, teilweise vielleicht auch an den etwas komplexer als sonst gelegten textilen Strukturen.


Bottega Veneta by Tomas Maier.

JIL SANDER war stark wie letzte Saison - und auch ein bisschen ähnlich wie vor sehcs Monaten. Daran ist nichts falsch, schliesslich hatte Raf Simons für dieses Frühjahr die beste, stilprägendste Kollektion der ganzen Saison hingelegt, also ist es legitim, wenn er die Formlen noch einmal durchrechnet. Schön, dass er sie zusätzlich noch um Steghosen ergänzte. Bilder dazu in Kürze ...


Pucci Fall/Winter 11/12 (Bilder: Style.com)

Den Abend ausklingen liess EMILIO PUCCI, wo PEter Dundas seine Hippe-Zelte abbricht und nun langsam in etwas bourgeoisere Gemäuer zieht. Die Looks dazu sexy wie eh und je, aber auch ein bisschen damenhafter und dekorierter. Tea-time statt Drogenexperiment-Party.



Mehr aus Mailand - Herbst/Winter 11/12

Die Schau von PRADA wurde wie immer kontrovers bewertet - den einen gefällt's, die anderen sind ratlos. Zu welcher Fraktion der Schreibende gehört, muss heute im Mailänder Showroom noch genau eruiert werden, inzwischen gibt's jetzt mal einen bunten Bilderreigen ...


Miuccia Prada für PRADA (Bilder: Style.com)


Graeme Filder und Michael Herz für BALLY.


Karl Lagerfeld für FENDI (Bilder: Style.com)

Milano: Mode für Herbst/Winter 11/12

Kaum ist die London Fashion Week vorbei, an der vorallem über "Kate's Kleid" spekuliert wurde, ist bereits wieder Mailand an der Reihe: Der Modetross hält sich seit gestern Mittwoch in Norditalien auf, wo mit GUCCI und MAX MARA bereits zwei Schwergewichte des internationalen Modekalenders ihre Schauen gezeigt haben. Am Donnerstagabend wartet alles gespannt auf PRADA.


GUCCI feiert gerade sein 90. Firmenjubiläum und tut dies mit einer Kollektion, die ihre Inspirationsmomente, wie viele in dieser Saison, in den siebziger Jahren bezieht. Angelica Houston soll für Frida Giannini de grosse Lichtgestalt gewesen sein. Bunt und gut!


MAX MARA lässt die Farben, welche die Frühjahrskollektion dieser Marke so spannend machen, für den Herbst wieder ruhen und setzt auf stramme lineare Eleganz von abgeräumter Klarheit.


Für ein bisschen klassischen Sex-Appeal ist ALBERTA FERRETTI immer eine gute Adresse - diese Saision erstaunlich frisch und modern ...


Und schliesslich, um den dominanten Trend in Richtung 70's noch einmal zu verdeutlichen, einige Impressionen aus den aktuellen Looks von BLUGIRL. (Alle Bilder Reuters)

Zu gewinnen in Heft 1/11 Frühlingsmode

25 Sets der vier Männer-Düfte "Big Pony" von Ralph Lauren



Das Duftquartett "Big Pony" ist den unterschiedlichen Facetten und Interessen moderner Männer gewidmet: Sport, Verführung, Abenteuer und Stilbewusstsein. Wir verlosen 25 Sets, bestehend aus den Eaux de Toilette (je 75ml) "Sport", "Seduction", "Adventure" und "Style" im Wert von je 260 Franken.

Und hier ist die Wettbewerbsfrage: Wie heisst das Männermodel, das in einer orangefarbenen Jacke unser Cover ziert? Einen Hinweis dazu finden Sie auf den Seiten 9 und 38 der aktuellen Ausgabe von "Z - Die schönen Seiten".

Wer die Antwort weiss, der sendet eine E-Mail mit der korrekten Antwort, seinem Namen und seiner kompletten Postanschrift an:

zu-gewinnen@nzz.ch

Mitarbeiter der NZZ AG und der zur Gruppe gehörenden Betriebe sind zur Teilnahme am Wettbewerb nicht berechtigt. Aus den richtigen Einsendungen werden eine Woche nach Erscheinen des Magazins in der Redaktion die 25 Lose gezogen. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Die Gewinnerlisten werden nicht öffentlich publiziert. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, Mehrfachteilnahmen werden gelöscht. Teilnahmeschluss für den Wettbewerb ist der 27. Februar 2011. Danach eintreffende Mails werden nicht mehr berücksichtigt.

Das neue Heft ist da!

Die Temperatur steigt, die Knospen spriessen, die Läden dekorieren um - da kommt unser Frühlingsmode-Heft genau zum richtigen Zeitpunkt.


Bild: Sarah Maurer

Am Samstag, 19. und Sonntag, 20. Februar erscheint das neue "Z - Die schönen Seiten" als Beilage von "NZZ" und "NZZ am Sonntag". Unter anderem mit diesen Themen:



Bild: Kai Jünemann

Zeitlos statt saisonal - Der Modedesigner Dries van Noten spricht über Antwerpen, kreative Anstrengung und den Zeitgeist in der Modeszene.



Illustration: Alexandra Compain-Tissier

Trends vom Laufsteg - Frische Farben, neue Volumen, Essenzialismus und grossformatige Drucke: Das ist der Mode-Frühling.



Bild: Wendelin Spiess

Schlichtes Morgenland: Kleider in sinnlichen Gewürztönen und grosszügige Schnitte sorgen für eine dezent orientalische Note.


Wir wünschen viel Vergnügen beim Lesen, Schmökern und Stöbern!

Ihre Z-Redaktion

Liebe geht durch den Magen

Endlich ist er da, der Valentinstag!
Wir Redaktoren können endlich Aufatmen - seit Dezember schon werden wir mit Pressemitteilungen zu allerlei Valentinstags-Geschenksideen regelrecht überhäuft. Der 14. Februar dient all den Marken offenbar als Anlass, die absurdesten und kitschigsten Kreationen anzubieten. Anlass genug für uns, diesen "Marketing"-Tag zu ignorieren.

Südtirol tisch

Wer heute dennoch jemandem eine Freude machen will, dem empfehlen wir etwas Schmackhaftes aus der Globus Delicatessa zu schenken. Denn dort ist diesen Monat das Südtirol zu Gast.

südtirol schnaps
Goldmuskateller-Grappa von Walcher: «Einer der besten Grappas Italiens»

Das Globus Team hat nach monatelanger Vorbereitung regelrechte Schätze der erlesensten Produzenten aus dem Südtirel in die Delicatessa gebracht. Veredelter Käse, Fleischspezialitäten, aber auch Obst- und Kräuterprodukte, Schokolade und Konfitüren, und natürlich fantastische Weine und Brände sind eine Entdeckungsreise in die Lebensmittelabteilung von Globus Wert. Lassen Sie sich inspirieren und verführen Sie ihren Liebling mit einer Delikatesse aus dem Südtirol!

südtirol schoggi
Besonders die Latschen-Schokolade (mitte) von Anton Oberhöller ist empfehlenswert.



Nachtrag zu Karl Lagerfeld:

Glücklich kann sich eine Firma wähnen, welche mit Karl Lagerfeld ein Projekt realisieren kann. Er ist ein Superstar, der Michael Jackson der Modebranche, den die ganze Welt kennt: er ist exzentrisch, glamourös und leicht bizarr. Lagerfeld hat viele geniale Entwürfe zu Stande gebracht. Sein grösste Leistung ist wohl der immense Output in seiner über fünzigjährigen Karriere und seine Gabe, Begehrlichkeit zu wecken. Wer mit Lagerfeld kollaborieren kann, hat es mit einem Mann zu tun, der von vielen als "Genie" verehrt wird.

Lagerfeld 2011
Lagerfeld Ende Januar 2011 bei der Chanel Haute Couture Show .(AP Photo/ Francois Mori)

Der umtriebige Modedesigner/Fotograf/Verleger/Star ist spätestens seit seiner Kollaboration mit H&M ein beliebter und dankbarer Kopf für Firmen, die für Kooperationen einen prestigeträchtigen Künstler suchen. Eine gemeinsames Projekt mit Meister Karl ist eine begehrte Sache, von der beide Parteien profitieren.

Resultate vergangener Lagerfeld-Projekte haben eines gemein: Sie haben Aufsehen erregt. Die dabei entstandenen Produkte sind höchstens originell, gestalterisch aber mehrheitlich mittelmässig: Steiff-Bären, Mottorradhelme von Ruby, Cola-Flaschen und kürzlich Schmuckstücke für Swarovski und eine Caspule-Kollektion für die italienische Marke Hogan (deren Fortsetzung im März in Paris vorgestellt wird).


Lagerfeld 1983
Karl Lagerfeld, 1983 piekst Ines de la Fressange. (Pierre Vauthey/CORBIS SYGMA)

Und doch scheint auch der mittlerweile 77-jährige Universalmann der Lifestyle-Branche Gefallen an den temporären Projekten finden, bringen diese doch eine Abwechslung zum Design-Alltag "seiner" Modekollektionen Chanel (seit 1984), Fendi (seit 1965)und Karl Lagerfeld (seit 1984). Dass er für seine eigene Linie Karl Lagerfeld nach all den (finanziell nicht einfachen) Jahren nicht mehr selber entwerfen will, kann als erste Müdigkeitserscheinung interpretiert werden. Wahrscheinlich sieht er die Veränderung eher als Anlass zur Neuorientierung. Die Zeit und Energie für das Entwerfen, Realisieren und Präsentieren der Lagerfeld-Kollektion will der Workaholic für ein neues Projekt aufwenden: „Massetige“, ein Kunstwort aus „Masse“ und „Prestige“ (quasi 'Prestige für die Massen), ist der Name einer neuen Linie im Niedrigpreissegment, die ab Herbst nur online erhältlich sein wird.

Lagerfeld Sarkozy
Karl Lagerfeld am 3. Juni 2010 mit Nicolas Sarkozy und dessen Gattin Carla Bruni bei der Ehrung zum Kommandeur der französischen Ehrenlegion. (REUTERS/Jacky Naegelen)

Die Frage, wie lange Lagerfeld noch als Designer für all diese Marken noch tätig sein wird, ist längst überfällig. Einerseits ist es Zeit, Platz für junge, frische Talente zu machen, andererseits lässt sich nicht verhehlen, dass er selbst nicht mehr der Jüngste ist, so vital der Mann uns für sein Alter auch erscheint (bei seinem Kollegen Giorgio Armani stellt sich die gleich Frage). Die Modebranche ist eine schnelllebige Welt, die die Abwechslung liebt. Langsam sind wir des vorbehaltslosen Anbetens der immergleichen Modegötter - und Helden (Designern, Redaktoren,Fotografen) überdrüssig.

Lagerfeld 1979
Karl Lagerfeld, 1979 am Zeichentisch. (KEYSTONE/DPA/Roland Witschel)

Eines ist klar – sobald bekannt wird, dass Lagerfeld nicht mehr aktiv in der Modebranche tätig sein wird, werden wir es vorerst einmal mit einer massiven Welle von Huldigungen, Rückblicken und Ehrenausgaben in den Medien zu tun haben – Carine Roitfelds Rücktritt als Chefredaktorin der Vogue Paris wird hingegen ein Klacks sein. Und so erleichtert wir auch sein werden, in Zukunft uns nicht mehr mit der Lagerfeld-Mania rumschlagen zu müssen, so sehr werden wir seine unterhaltsames Wesen vermissen.
Möge er uns also noch ein Weilchen erhalten bleiben.

Heldenhaft ins Jahr 2011

Der neue Pirelli Kalender ist da. Schon letzten November wurde dieser in Moskau der Öffentlichkeit vorgestellt, die Schweizer Pirelli Night 2011 findet hingegen erst am 18.Februar im X-Tra in Zürich statt. Erwartet wird eine ausgesuchte Gästeschar aus Sport, Unterhaltung, Lifestyle und Wirtschaft vorgestellt. Ein Abend mit viel Wurst (Promis) und Senf (Klatsch) ist garantiert.

Pirelli moore
Julianne Moore als Hera.

Und wer hat den neuen Nackedei-Kalender fotografiert?
Nach Fotografen wie Patrick Demachelier (2008), Peter Beard (2009) und Terry Richardson (2010) zeichnet für den diesjährigen Kalender kein anderer als Allrounder-Meister Karl Lagerfeld.

Pirelli iris
Das österreichische Model Iris Strubegger als Athena.

Für den Pirelli-Kalender hat Lagerfeld sein Lieblingsthema aufgegriffen, die griechische Mythologie. Entstanden sind 36 Schwarzweiss-Aufnahmen von Gottheiten, Helden und Mythen, dargestellt von Schönheiten wie der Schauspielerin Julianne Moore und Models Freja Beha Erchsen, Isabeli Fontana, Anja Rubik, Erin Wasson, Natasha Poly, Lara Stone, Daria Werbowy, Iris Strubegger. Und natürlich darf Lagerfelds männliche Muse, der Franzose Baptiste Giabiconi, nicht fehlen.

So schön die Models auch sein mögen, bei einigen Aufnahmen wirkt die erotische Umsetzung mit Requisiten aus der Antike etwas ulkig. Entscheiden Sie selbst:

pirelli erin
Gut geschützt: Erin Wasson als Ajax.

Pirelli apollo
Neckisch: Baptiste Giabiconi als Apollo.

pirelli artemis
Ziel- und Stilsicher? Daria Werbowy als Artemis.

CPD Signatures in Düsseldorf


The Swiss Label auf der CPD Signatures Show.

Manche nennen sie auch spöttisch die "Restmesse", denn viel ist es gerade nicht, was von der einst mächtigen, ja marktbestimmenden CPD ("Collections Premieren Düsseldorf") übrig geblieben ist. Zweieinhalb Hallen sind es heuer noch, vor zehn Jahren waren es sechs Mal mehr. Doch die Messe hält sich, und sie gibt sich alle erdenkliche Mühe, mit den neuen Branchenstars in Berlin mitzuhalten. Deswegen nennt sich die CPD auf dem Messegelände Düsseldorf jetzt auch "Signatures" und führt den Begriff CPD nur noch klein und verschämt im Logo mit.


Outfit von Confashion.

Man muss es nüchtern betrachten: Aus Sicht von Trend und Zeitgeist ist es müssig, auf der "CPD Signatures" nach neuen Impulsen zu suchen. Da helfen auch die neuen, luftigeren Hallen und das klare Layout der Flächen nicht. Denn die "CPD Signatures" ist heute eine Ordermesse für die breite Masse an Boutiquen, die sich vielleicht nicht die ganz grossen Marken leisten können, aber ihren Kunden dennoch etwas internationales Flair bieten wollen. Die Big Brands fehlen fast gänzlich, sie haben sich alle komfortabel in ihren Showrooms eingerichtet.


Look des Zürcher Labels Xess & Baba.

Doch im ganzen Kontext von Mainstream-Marken, den Showrooms an der Kaiserswerther Strasse und im Hafen sowie den abendlichen Events in Düsseldorf hat auch die "Signatures" ihre Funktion und Rolle. Denn im Gegensatz zu Berlin, wo Lifestyle und Party manchmal wichtiger scheinen als das Geschäft, behauptet sich Düsseldorf ganz eindeutig als der Ort in Deutschland, wo die dicken Orders geschrieben werden. In Berlin atmet man die Mode und tankt Inspirationen, und in Düsseldorf schlägt man zu. Das sind derzeit die Kräfteverhältnisse.


Look von EsDeNi. Alle Fotos Igedo/cTillmann.