Eröffnungsparty im Restaurant Segantini

Wenn der Seidenkönig Andi Stutz ruft, dann kommen sie alle. Erstens: weil alle Andi lieben, wegen seiner Grosszügigkeit und seines Humors. Zweitens: weil es bei Andi Stutz immer viel und gut zu Essen und Trinken (ja, vor allem das) gibt. Und drittens: weil natürlich alle gespannt waren, was aus dem Restaurant Seidenspinner, das jetzt Segantini heisst, geworden ist. Die neuen Pächter, Simona und Gianni Segantini (Catering Segantini), versicherten uns, dass der Geist des "Seidenspinners" erhalten bleiben soll. "Die Speisekarte soll vor allem frisch sein", sagte Gianni Segantini. Regionales wird dem Exotischen vorgezogen, also eher Hackbraten als Thai Curry. Klingt gut, klingt vernünftig. Der Garten ist - auch wenn er erst im Sommer so richtig zum Zuge kommen wird - nach wie vor ein Traum. Sämtliche Installationen des Künstlers Ugo Rondinone im Innern des Lokals sind natürlich erhalten geblieben, anders ist jetzt nur, dass man von der Strasse ins Restaurant blicken kann und umgekehrt. Wer also eine langweilige Tischbegleitung hat, findet wenigstens beim Anblick der schrägen Vögel auf der Ankerstrasse Unterhaltung.
Und so sind sie also alle gekommen, zur Eröffnungsparty am Donnerstagabend - die Lokalpolitiker und Ex-Lokalpolitiker, die Journaille und Edel-Klatsch-Federn, die Schönen und weniger Schönen und natürlich auch solche, die Russisch sprachen.

Andi Stutz mit Ex-Stapi Josef Estermann und dessen Frau Maggie
Andi Stutz mit Ex-Stapi Josef Estermann und dessen Frau Maggie.

Simona Segantini
Simona Segantini

NZZ am Sonntag-Redaktor Roberto Zimmermann mit Gianni Segantini
NZZ am Sonntag-Redaktor Roberto Zimmermann mit Gianni Segantini

Journalistin Leandra Graf mit PR-Fachmann René Grüninger
Journalistin Leandra Graf und PR-Fachmann René Grüninger

Ladurée in zeitgemässer Aufmachung

Nächste Woche wird das internationale Modevolk wieder nach Paris an die Schauen strömen und dann hinterher über das gedrängte Programm, den unglaublichen Stress, die vielen Leute und überhaupt über alles ein bisschen jammern. Vielleicht vermag ja dies Abhilfe schaffen: Tee trinken bei Ladurée, in der neuen, zeitgemässen Bar an den Champs-Elysées. Mit dieser neuen Einrichtung zeigt Ladurée, dass die Bohème-Spezialitäten wie Foie Gras, Morcheln aus den Landes oder die Blinis mit iranischem Kaviar nicht nur im für Ladurée typischen Napoleon-III-Stil fein schmecken, sondern auch in einer totaly zeitgemässen Umgebung.
Ladurée
Adresse: 13, Rue Lincoln Paris 8e (75008).

Wagamama zum Zweiten

Kaum hat die erste Wagamama Noodlebar-Filiale in Zürich eröffnet (an der Talstrasse), teilt uns Mike Gut vom Restaurant Nine mit, dass er sein ambitioniertes Lokal an der Kreuzstrasse im Seefeld schliessen und an Wagamama vermieten wird. Ab Frühling 2009 gibt es also auch im Seefeld Udon oder Ramen aus dem Wok, mit oder ohne Scharf zu kosten.



Wers lieber selber macht: Zeitgleich ist bei uns auf der Redaktion das neue Wagamama-Kochbuch (Christian Verlag) eingetroffen. Hier erfährt der Gernenudelesser und-kocher, wie mit Wok und Nudeln, Gemüse, Fleisch und Fisch eine leckere Nudelsuppe à la Wagamama zubereitet wird.

Ach ja, aus der Ninebar wird übrigens ein zweites 0815.

Klassiker feiern Geburtstag

Der berühmte Landistuhl aus Aluminium von Hans Coray feiert im nächsten Jahr seinen 70. Geburtstag. Der Stuhl aus dem Jahr 1939 mit seinem prägnanten Lochmuster ist aber nicht der einzige Designklassiker, der einen runden Geburtstag feiern darf. Wir haben im Magazin-Z ja bereits die Altorfer-Liege, die in diesem Sommer sechzig geworden ist, vorgestellt. Zwanzig Jahre jünger, aber immerhin auch schon vierzig Jahre alt ist hingegen der Sitzsack Sacco von Zanotta.


Foto: Landistuhl von Hans Coray (www.baudoc.ch)

In der Mitte zwischen diesen beiden Geburtstagen steht der Egg-Chair von Arne Jacobsen, den der dänische Designer 1958 für das Radisson SAS Hotel in Kopenhagen entworfen hat. Wir sagen also viermal Happy Birthday und hoffen, dass wir an unserem fünfzigsten oder sechzigsten Geburtstag eher die Form und Silhouette eines schnittig-grazilen Landi-Stuhls angenommen haben werden, denn eines Saccos. Warten wir's ab.
Egg Chair

Foto: Egg-Chair von Arne Jacobsen (vintageverity.files.worldpress.com)

Unaufgeregt und cool: Mode aus dem Norden

Letzte Woche ging die Copenhagen Fashion Week über die Bühne. Nicht nur, dass dieses Modeereignis im hohen Norden von Saison zu Saison stetig wächst, die dänische Metropole hat sich in den letzten fünf Jahren sogar zur Trend setzenden Modestadt gemausert. Skandinavisches Design zeichnet sich durch seine klaren Linien und seine Funktionalität aus.


Die meisten Labels setzen auf natürliche Materialien, erdige Farbtöne und zelebrieren eine entspannte Form von Eleganz. Wir reden jetzt nicht von H & M, sondern von Labels wie Filippa K., Tiger of Sweden, Acne Jeans, Ilse Jacobsen, Bruuns Bazaar oder Noir by Peter Ingwersen, die sich allesamt durch ihre eigenständige Handschrift in die Topliga der Modebranche geschneidert haben.

Noir by PEter Ingwersen. Foto: Sacha Maric

Bilder und mehr Infos unter: www.copenhagenfashionweek.com

Erwin Wurm für Hermès

Dieser Tage ist der neue Hermès-Katalog für den Herbst/Winter 2008 eingetroffen (siehe dazu auch weiter unten!). Darin zu sehen ist unter anderem eine siebenteilige Bildstrecke des österreichischen Künstlers Erwin Wurm. Der durch seine one minute sculptures international bekannt gewordene Künster hat seine Models in Hermès gekleidet und lässt sie beispielsweise auf einem Pferd, barfuss, in der Hand eine schwarze Hermès-Reisetasche aus Krokoleder, Voltige machen. Oder sie tragen ein Hündchen unterm Arm, klettern wie die Äffchen auf die Bäume, posieren mit einer chinesischen Vase auf dem Kopf oder surfen auf dem Dach eines Range Rovers durch irgendeinen deutschen Grossstadt-Dschungel.

Was will uns diese Serie sagen? Nebst der Werbebotschaft auch Folgendes: Die einst ganz voneinander separierten Disziplinen Kunst und Mode kennen heute keinerlei Berührungsängste mehr. Kunst ist (in) Mode. Und Mode ist Kunst.

Für Prinzessinnen und Prinzen

Im Magazin Z - die schönen Seiten, Ausgabe 3/08, haben wir in der Rubrik "Atelier" die Firma Frilo Swissmade vorgestellt. Es handelt sich dabei um die letzte Strickfirma der Schweiz, die ihre Baby- und Kleinkinder-Kleider noch von A bis Z im Inland herstellt. Die Fabrik ist in einem wunderschönen alten Industriegebäude aus der Jahrhundertwende untergebracht.

Von den einst zahlreichen Näherinnen und Heimarbeiterinnen sind heute nur noch insgesamt sechs Mitarbeiter für das Huttwiler Traditionsunternehmen tätig. Die Firmeninhaber, Kurt und Antonietta Loosli, arbeiten fast Tag und Nacht, sieben Tage die Woche, damit ihre Qualitätsprodukte aus mercerisierter Baumwolle, feinster Merinowolle und Cashmere weiterhin ihren Weg in die Läden auf der ganzen Welt finden.

Dies klingt jetzt wie ein grosser Werbespot. Und das soll es auch. Denn die Frilo-Kleidchen sind etwas vom Schönsten und Wertbeständigsten, das auf dem Kinderkleidermarkt zu finden ist. Wer für sein Götti- oder Enkelkind ein schönes Geschenk sucht, sollte unbedingt auf der Homepage von Frilo reinschauen: www.friloswissmade.com

Und wenn wir schon beim Thema sind: Emely Entemann führt an der Klingenstrasse 23 in 8005 Zürich (Tram 4 oder 13 ab Hauptbahnhof bis Museum für Gestaltung) den Kinderladen NEPOMUK. Hier findet man nebst Kleidchen in Bio-Qualität oder im schicken Eigendesign auch ganz wunderbare klassische Schuhe (siehe Bilder unten) sowie alte und neue Spielsachen wie Kasperlifiguren, Piratenschiffe, Fernrohre oder Kindermöbel aus den 20er bis 70er Jahren, von der Ladeninhaberin selbst restauriert.

Was man hier garantiert nicht antrifft, sind die handelsüblichen Grosskonzernprodukte aus Plastic. Nepomuk ist ein ausgesprochen stilvoller Laden. Politisch korrekt, pädagogisch wertvoll - und (dennoch) total cool. Nur eines fehlt: Kleider von Frilo.


Kinderschuhe, erhältlich in Tomatenrot und Dunkelblau, bei Nepomuk in 8005 ZürichKleid (Eigendesign) von Nepomuk