A very stylish guy

Jetzt gehen und sehen, gerade wenn's heiss ist, denn dort ist es kühl: Jean-Michel Basquiat in der Fondation Beyeler in Riehen. www.beyeler.com



4000 Arbeiten in nur 8 Jahren Schaffenszeit - das ist nicht ohne! Basquiat wäre jetzt 50 ... ob er bei seinem Lebensrhythmus jetzt immer noch so smart aussähe? We'll never know, sadly.

HYBRID TIMES - all about Menswear Spring 2011

Die Männermode-Schauen in Mailand und Paris haben gezeigt, dass klassische Kategorien heute Makulatur sind und nur der innovativ wirkt, der über die Grenzen der Genres hinaus denkt und eine hybride Mode aus Formal-, Casual- und Activewear entwirft. Diese fällt allerdings weniger lässig und einen Tick „angezogener“ aus als in der vorherigen Saison.



Der moderne Mann ist mobil, vernetzt und permanent unterwegs. Sein Outfit ist darum ein Crossover-Mix von funktionellen, technischen und formellen Elementen. Er muss in jeder Situation, sei es auf Achse oder im Meeting, eine optimale Figur machen. Er muss Diversität und Multioptionalität ausstrahlen; entspannt und gleichzeitig kompetent. Er braucht Taschen und Stauräume, Schichten und Varianten.



Der klassische Anzug erfüllt diese Anforderungen nicht, weswegen in Mailand und Paris für Frühling 2011 intensiv an neuen Lösungen gearbeitet wurde. Vier Kollektionen sind exemplarisch für diesen hybriden Kollektionsansatz: Bottega Veneta und Burberry in Mailand sowie Lanvin und Hermès in Paris.

Bei Bottega Veneta kombinierte Designer Tomas Maier einmal mehr raffinierte Casualwear mit einer formellen Note, ohne dabei in klassisches Fahrwasser zu geraten. Vieles funktioniert über die belebten Oberflächen, die elegant knittrig und gewaschen wirken, aber niemals zerstört oder abgenutzt. Wichtig sind neue, superleichte Nylons, etwa für Windbreaker, und dicht gewobene Baumwolle, welche in subtil abgestimmten Naturfarben und im Zusammenspiel mit feinem Leder oder Mikroperforationen eine ganz eigene Lebendigkeit entwickeln.



Burberry bleibt seiner Geschichte treu und schöpft auch für den Frühling aus dem Fundus seiner (Mantel-)Historie. Neu werden die Parkas und Duffles aber mit Motocross-Hosen und Biker-Westen kombiniert, die einen Schuss Rock’n Roll in den Explorer-Spirit bringen. Die neue Kombination gibt Christopher Baileys Handschrift einen Schuss Aggressivität und nimmt der Kollektion die historisierende Note.



Hermès präsentierte Luxushybrid-Mode in Reinkultur: Veronique Nichanian baut auf den ultraleichten Zweiknopfanzug auf, bricht ihn aber durch Kombinationen mit Elementen oder ganzen Teilen aus der Sportswear. Das Resultat kann ein Hemd mit dem Rücken eines Blousons, einem Reissverschluss oder einer Kapuze sein.



Auch Lanvin fusioniert High-Performance-Bekleidung mit mehr konservativen Klassikern, die eine eindeutige Einordnung verweigern und wie eine sehr schlaue Antwort auf die textilen Sehnsüchte des modernen, urbanen Nomaden wirken.



Nach der Krawatte sucht man in den meisten Kollektionen wiederum fast vergeblich. In Raf Simons extrem konzeptioneller und grafischer Schau schimmert sie unter halbtransparenten Overshirts durch, und bei Dolce & Gabbana duckt sie sich ganz schmal und Ton-in-Ton auf das weisse Hemd bzw. bei Prada unter das „V“ eines Pullovers. Viel öfter sieht man dagegen ein flamboyantes Halstuch oder Foulard.



Weiss ist für kommenden Frühling superzentral – lange schon sah man keine derartig lebendigen Spiele innerhalb der hellen Nichtfarben mehr, und zwar in vielen, auch sehr kommerziellen Menswear-Kollektionen.



Das Farbspektrum öffnet sich von der Weisspalette aus in Richtung Beige- und Sandtöne, auch diese wiederum in vorwiegend tonigen Kombinationen, sowie in Richtung von grauen Kalk-, Asphalt- und Rauchfarben, welche überreich vorhanden sind.





Wer mehr Farbe will, wird vielleicht mit der neuen Offensive aus der grünen Ecke glücklich – hier kommt, passend zum Zeitalter der Nachhaltigkeit, eine „grüne Welle“ auf uns zu. Natürlich darf man auch weiterhin getrost auf die verlässlichen, wenngleich nicht mehr ganz so neuen Blaupaletten setzen – neue Inspirationen dazu liefert etwa Prada.



Die von Jil Sander vorgeschlagenen, flächig eingesetzten Technipastels und Graphicolors dürften vorerst eher etwas für den Avantgarde-Bereich sein. Wahrscheinlicher ist es, dass sehr kräftige Farben als Accessoire-Akzente vorkommen – Giorgio Armani zeigte etwa neongelbe Gürtel zu sandfarbenen Baumwollanzügen.



Das Modebild von morgen ist recht pragmatisch und verzichtet meistens auf historisierende Referenzen. Insofern sind Schauen wie die von Yohji Yamamoto, der die Menswear der vergangenen Jahrhunderte hervorkramte oder die von John Galliano, der eine Hommage an Charlie Chaplin lancierte, eher Ausnahmen.



Wenn neue Role Models gebraucht werden, so sind die neuen Typen sicher eher im Bereich der Hirten zu finden, die mit losen Schichten von Kleidung und wilden Bärten die Laufstege erobern. Andererseits ist das Spektrum der Mods und Rocker noch nicht ausgereizt – die Jugendkultur der 50’s und 60’s kann mit etwas Geschick durchaus zeitgemäss aufgewärmt werden.





Auffällig ist, dass die Schnitte sich von den extrem körperbetonten Silhouetten der letzten Jahre wegbewegen und teilweise fast schon in Richtung gezügelter Überweite tendieren. Der Parka tut dies ganz ungekünstelt und kommt deswegen häufig vor. Shorts sind omnipräsent, auch zum Sakko, und werden am Saum oft ein wenig hochgerollt. Ein auffälliger Saison-Favorit wird der sommerlich interpretierte Dufflecoat in leichteren Materialien.



Bei den Sakkos bleibt das etwas verkürzte Zweiknopf-Sakko der Standard, aber der gefittete Zweireiher macht deutlich Boden gut. Bei den Hosen wird die Palette von Chinos und Khakis sicher noch einmal ausgeweitet, selten auch in sehr weiten Schnitten – die gewaschenen, hellen Baumwollhosen haben die Jeans als Basis der Menswear abgelöst.

Punkto Prints lassen sich im Bereich der kleinen Tapeten-, Krawatten- und Buchvorsatz-Muster sowie bei Pyjamas neue Motive finden. Wer weniger experimentell veranlagt ist, bleibt eine weitere Saison lang mit allen Arten von bunten Checks auf der sicheren Seite.

(Alle Bildcollagen aus Material von style.com und thesartorialist.com)

Freitag und Pelé lassen die Townships Fussball spielen



Man liest dieser Tage ja sehr viel über den unverschämten Geldstrom, den die FIFA-Bosse aus Südafrika nach Hause lenken, und wie wenig manche Einheimische von dem ganzen Brimborium haben, das heute abend dort in den Stadien losgetreten wird. Da freut es einen um so mehr von Initiativen zu lesen, die nach dem grossen WM-Hype auch etwas Nachhaltiges in Südafrika zurücklassen!



So lanciert die Zürcher Taschenschneiderei FREITAG dieser Tage zusammen mit Pelé Sports (des gleichnamigen legendären Fussballspielers) einen Fussball, der an junge Fussballspieler in den Townships verteilt wird. Der Ball ist, wie vieles von Freitag, aus gebrauchten Lastwagenplanen hergestellt und damit bestens geeinget für die staubigen Plätze, auf denen die südafrikanischen Youngsters ihr Fusswerk erlernen.



Pelé hochselbst wird in den südafrikanischen Townships 200 FREITAG-Bälle verteilen. Denn der brasilianischen Fussball-Legende liege der Nachwuchs besonders am Herzen, so eine gemeinsame Mitteilung von Freitag und der neuen Marke Pelé Sports. Für Freitag ist diese Kooperation übrigens die erste überhaupt - bisher hatten die Zürcher allen solchen Versuchungen widerstanden. Dass die Bastion jetzt in dieser Art gefallen ist, klingt aber sympathisch.

Das neue Magazin "Z" ist da!



Am kommenden Wochenende von Samstag/Sonntag 12./13. Juni erscheint das neue Magazin "Z - Die schönen Seiten" als Beilage zur Neuen Zürcher Zeitung und zur NZZ am Sonntag.

Schwerpunkt des Magazins ist der Themenkomplex "Wohnen & Einrichten". Und das sind einige der Inhalte:

Gemeinschaftswerk: Mitten in Zürich hat sich eine Gruppe von Design-Liebhabern ihren Wohntraum erfüllt – gemeinsam und doch jeder für sich.


Foto: Stephan Rappo


Urbane Nomaden: Umziehen wird zum Volkssport. Da braucht es flexible Möbel, die an jedem neuen Ort gut aussehen.


Foto: Sandra Kennel


Dem Zwecke dienen: Nils Holger Moormann macht Möbel, die vor allem praktisch (und natürlich schön) sind.Ein Besuch im Chiemgau.


Foto: Daniel Sutter


Weich gebettet: Wer in Bettwäsche von Christian Fischbacher nächtigt, dem können auch Gespenster nichts anhaben.


Foto: Lukas Wassmann

Teatime mit Prada

Es gibt bei der Firma PRADA offenbar nichts, von dem man denkt, dass man es nicht mit Logos versehen auf den Markt werfen könnte! Neu und eben auf der Redaktion eingetroffen: Tee von Prada. Kein Witz. Infusion de Vetiver und Infusion de Tubereuse. It's a mad world!!

Bewegung beim Modevolk!

Nach ein paar Jährchen der relativ Stagnation ist plötzlich wieder Bewegung im Jobkarrussell der internationalen Modewelt. Gleich vier Design-Topjobs wurden diese Woche neue besetzt:

1. Bei Alexander McQueen übernimmt dessen langjährige rechte Hand Sarah Burton das kreative Zepter. Der englische Designer hatte sich im Februar dieses Jahres selbst getötet.


Foto David Burton/AP - via NYT.

2. Die Marke Brioni bekommt mit dem neuen Creative Director Alessandro Dell'Acqua endlich eine fähige Lichtgestalt, welche dem im Grunde schönen Label Profil geben kann.


Alessandro Dell'Acqua ist ein lebensfroher Partytiger.

3. Auf dem "Schleudersitz" bei Ungaro nimmt nach diversen glücklosen Kandidaten, darunter auch Lindsay Lohan, nun der Brite Giles Deacon Platz, der Mann mit der kuriosen Brille und dem liebenswerten Humor.


Giles Deacon mit Agyness Deyn / The Mirror.

4. Und last but not least steigt bei Hermès der Franzose Christophe Lemaire in die Hosen, der dort Jean-Paul Gaultier im Herbst nach sieben Jahren als Creative Director der Damenmode beerbt. Er soll dort "sportlich-elegante" Damenmode entwerfen, wie man sie von Hermès kennt und wünscht.


Christophe Lemaire / Le Figaro

Who said that fashion is not moving?!

Mercedes zaubert ein E-Cabrio aus dem Hut

Es ist Frühling (fast!), und damit Zeit für einen neuen Saisonauftritt von Mercedes-Benz! Motiv ist das neue E-Klasse Cabriolet, auf dessen Kühlerhaube sich eine stark stilisierte Milla Jovovich räkelt. Fotografiert wurde sie von "Kultfotograf" Miles Aldridge (Zitat MB), auf dem Kopf hat sie einen dramatischen Putz des britischen Hutdesigners Philip Treacy. Das Ergebnis, so Mercedes-Benz, sei "eine farbintensive Hommage an den Surrealismus".

Rucksack - so chic!

Uns erreicht des öfteren die Frage, welche Art von Taschen denn für einen Mann geziemlich sind. Dabei antworten wir generell: vieles, ausser Rucksäcke. Dabei bleibt aber im Hinterkopf immer ein bisschen ein mulmiges Gefühl, weil es natürlich schon Rucksäcke gibt, die stylish und maskulin sind - solange sie nicht aus Nylon und Plastik sind, nämlich. Also solange sie etwa aussehen wie der grrrrosssssartige Rucksack, den wir gestern an einem älteren Gentleman erspähten. Ein guter alter Wanderrucksack eben - natürlich aus Canvas! Summer may come!

Kate Moss tanzt

Während sich hierzulande Boulevardblätter darüber ereifern, ob Topmodel Kate Moss nun Alteisen oder Kult sei, zeigt selbige Dame für Top Shop, dass noch sehr viel Frische und Leben in den alten Knochen steckt!

Inspiring windows: Feldpausch Zürich



Heute morgen standen wir zuerst verwirrt und dann begeistert vor dem Schaufenster von Feldpausch an der Bahnhofstrasse in Zürich und waren absolut HIN UND WEG von den post-dadaistischen, soft-pornographischen und subtil-subersiven Installationen, welche die Dekorateure sich dort ausgedacht haben! Must-see!



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