Galliano - vorher/nachher

In Paris wird derzeit Männermode gezeigt - unser Mann Kim Dang berichtet laufend und kompetent von den Laufstegen und aus den Showrooms. Derweil kümmert sich die andere Hälfte der Öffentlichkeit auch um Paris, aber nicht um Modeschauen, sondern um einen Modemacher, der dieses Frühjahr so tief fiel wie keiner vor ihm: John Galliano, Ex-Chefdesigner von Dior.


Links: Galliano diese Woche in Paris. Rechts: Galliano nach seiner Entlassung bei Dior. (Fotos Reuters)

Dieser Tage steht Galliano wegen seiner antisemitischen Ausfälle in Paris vor dem Richter. Er bekennt , schwer alkohol- und tablettensüchtig gewesen zu sein und sich an nichts erinnern zu können. Wie auch immer die Richter entscheiden: Rein optisch - und vermutlich auch mental - hat die unfreiwillige Auszeit dem Designer gut getan. Er sieht wieder frischer, schlanker, fitter und wacher aus als zum Zeitpunkt seines öffentlichen Absturzes.

Kim Jones für Vuitton, Take 1

Das Tolle am Internet und Facebook: Man bekommt, wenn man "Freunde" in der zweiten Reihe sitzen hat, gleich schon in den ersten Minuten, nachdem Kim Jones seinen ersten Look für Louis Vuitton auf den Laufsteg im Parc André Citroën geschickt hat, ein recht präzises Bild davon, wohin die Reise bei dieser Marke künftig geht. Unser Mann Kim Dang wird diesen ersten Eindruck sicher recht bald mit eigenen Beobachtungen komplettieren.


Foto: Michou Basou / De Telegraaf NL

Paris Menswear Shows: Mugler



Noch ist nicht ganz klar, ob die Welt diese "Widergeburt" des Labels Mugler wirklich braucht, aber was Nicola Formichetti und Romain Kremer für die einst klangvolle Marke auf die Laufstege schicken, erregt zumindest die hartgesottenen Modeleute sehr.


Bilder: Imago.

Die kanadischen Schwestern inMailand


Foto: AP

Auch die kanadischen Designer-Zwillinge Dean und Dan Caten alsias D-Squared 2 haben am vergangenen Dienstag ihre Kollektion für Sommer 2012 gezeigt. Begleitet wurde das Spektakel von ein paar lady-gagaesken Showtänzern.


Foto: Keystone

Die neuen Bundfalten der Herren - siehe Armani



Gestern Mittwoch, 21. Juni erschien in der "NZZ" ein Bericht über die Mailänder Männermode, der die Überschrift "Die zweite Bundfalte kommt" trug. Hier lässt sich der Bericht nachlesen und eine entsprechende Bildgalerie studieren.

GIORGIO ARMANI, der am Dienstagmittag den Schlusspunkt zu den Mailänder Schauen setzte, fehlte in dieser Aufzählung noch, doch auch er bestätigt die grössere Bein- und Leibweite des kommenden Sommers, wie diese beiden Bilder zeigen.


Fotos: Keystone.

Welcome to Zirkuss



Dieser Tage findet zum zweiten und letzten Mal die Verkaufsveranstaltung "Zirkuss" im Zürcher Club und Restaurant Kaufleuten statt, und zwar auf der Terrasse, beim Eingang zur Lounge. Zu kaufen gibt's Mode für Kinder bis zu 10 Jahren, mit Kollektionen von Bon Ton, Finger in the Nose, Popupshop, Mini Rodini, Pèpè, Bangbang, Bobo Choses sowie Atsuyo et Akiko. Bis Samstag 25. Juni, jeweils 9.30 bis 17.00 Uhr.

Das tolle Bild zum Zirkuss schoss Lukas Wassmann.

Milan Menswear Fashion Week: Showroom Details

Zum Privileg, eine Fashion Week zu absolvieren, gehört nicht nur das Abklappern von Modeschauen und gelegentliches Schlürfen von leicht alkoholischen Darreichungen, sondern auch das "Klinkenputzen" in den Showrooms der grossen Marken. Auf so genannten "re-see"-Terminen bekommt man dann von einer meist sehr freundlichen Kommunikationsfachfrau - Männer sind selten! - alle Details zur gesehenen Kollektion erklärt.

So konnte man sich heute bei Burberry selbst davon überzeugen, dass Christopher Bailey in diese jüngste Kollektion (für Sommer 2012) besonders viel liebevolle Detailarbeit und ungewöhnliche Materialien gesteckt hat, die aus dieser Präsentation ein wahres Fest für Freunde der handwerklichen Finesse machen.



Absolut liebreizend sich auch die feinen Allover-Stickereien, welche raf Simons für Jil Sander auf seinen schlichten Shirts zeigte und den geneigten Fachmann natürlich sofort an die wunderbare, ihrer Zeit weit voraus seiende und dennoch bereits zur Unzeit eingestellte Männerlinie des St. Galler Stickereibetriebs Forster-Rohner erinnerte!



Tolle Handwerkskunst macht auch Bottega Veneta. Ein Highlight ist die schlank geschnittene Safari-Jacke, die aus einem robusten Baumwollcanvas geschnitten und mit einer exakt darüber sitzenden, sehr feinen schlammfarbenen Lederweste gedoppelt ist. Die Taschenklappen der Jacke lassen sich durch Schlitze im Leder ziehen. Solche Details zu entdecken ist manchmal mehr wert als der beste Sitzplatz während der Modenschau!



Dann wäre da noch Prada – die Kollektion am Sonntagabend war humorvoll und spritzig, und dieser nicht ganz ernsthafte, subtil schräge Eindruck bestätigte sich auch im Showroom. Natürlich ist das alles nichts für den normalen Mann, aber für die paar Dutzend Extrem-Fashionistos, welche bei Prada auch die Showteile kaufen, ist dieses zickige Zeug natürlich ein Traum.

Milan Menswear Fashion Week: Der Montag mit Accessoires

Der Mailänder Mode-Montag bietet üblicherweise gute Gelegenheit, in den Showrooms auch die eminent wichtigen Accessoires zum Sommer 2012 zu betrachten. Zu den Standards gehört heutzutage ein iPad-Mäppchen, wie es auch Burberry im Programm hat, ausserdem ein grosser Shopper ...





Seit dem überraschenden Erfolg der diesjährigen Plateau-Espadrille-Brogues von Prada glaubt ausserdem ein Grossteil der Designer, dass Männer noch mehr eigenartig verspielte Schuhe brauchen, nicht nur Burberry.



... Sondern auch Church's, die ausser neuen Varianten des noch immer sehr schönen Shanghai-1929-Modells auch bunte Golferschuhe sowie Brogues mit Nieten im Angebot haben.







Auch bei Bottega Veneta gibt's Schuhe mit auffallenden, weil stark kontrastierenden Sohlenrändern, und darüber hinaus eine Menge schöner Details, etwa Multicolor-Multilevel-Taschen mit Intrecciatodetails. Sowie einen neuen Cabat zum Träumen!







Schliesslich interessante Schlangenleder-Tech-Mesh-Hybrid-Shopper bei Jil Sander:

Milan Menswear Fashion Week: Der Montag (bis jetzt)



Signifikante Modeschauen am Montag in Mailand: Gucci, Etro D&G und Z-Zegna. Von Gucci gibt's leider keine Fotos, Licht und Perspektive zu mies. Aber dafür hier von Etro, wo ein laues mediterranes Lüftchen wehte ...



... Diese Taschentuchprints, die "gehören" bei Etro ja zum Standard udn sind schon fast ein Markenzeichen des Familienunternehmens. Dies hinderte D&G aber nicht daran, das Terrain frech für sich zu okkupieren und auch Foulard-Dessins, kombiniert mit löchrigen Jeans, auf den Laufsteg zu schicken. Zum Schluss gab's dann die übliche halbnackte "Bratenparade".



Bei Z-Zegna hatte Allesandro Sartori seinen letzten Arbeitstag - er geht zu Berluti. Seine letzte Kollektion für die "junge" und experimentelle Linie des Traditionsunternehmens aus Trivero war farblich, materiell und punkto Stimmung schön, in Sachen Silhouetten aber teilweise etwas gar um Originalität bemüht ...





Es folgen noch die Schauen von MCQueen und Versace ...

Milan Menswear Fashion Week: A Personal Diary

In Mailand finden bis Dienstagmorgen die Männermodeschauen für Sommer 2012 statt. Es ist heiss, sonnig und hektisch. Hier ein persönliches Tagebuch des NZZ-Reporters. Es begann am Samstag mit COSTUME NATIONAL in der Via Tortona ...



... und dann ging es weiter zu ERMENEGILDO ZEGNA, wo die neue, sehr gelungene Kollektion in sonnenverblassten Pastellen und maskulinen Seiden auch im Showroom betrachtet werden konnte.





Diese Saison nicht in Bestform: Raf Simons für JIL SANDER. Die Kollektion wirkte für die angekündigte Saison zu düster, zu gedacht. Schade, denn Jil Sander ist üblicherweise ein Highlight ... Das Licht war auch unmöglich, zumindest für Fotografierende.



Dafür hüpfte das Herz vor lauter netter Menschen und schöner Bilder beim Newcomer-Star UMIT BENAN, der seine neue Kollektion mittels eines sonntäglichen Mittagessens in einem Hinterhof in der Via Bigli zeigte.



Umit Benan selber war sehr gesprächig und entspannt, obwohl er tags darauf auch noch seine erste Kollektion für Trussardi zu zeigen hatte.





HOGAN versucht sich an Brogue-Turnschuh-Hybriden, die an Weltklasse-Architekten fotografiert wurden, etwa an den Füssen von Ora Ito.





Allenorts lauernd die Blogger, von denen einige nun doch schon zu veritablen Stars geworden sind, etwa Bryanboy, Tommy Ton oder natürlich der Sartorialist Scott Schuman.





Ein erstes Highlight war BURBERRY, wo Christopher Bailey sich von einer inspirierten Seite zeigte und eine überraschende Kollektion in schönen Gewürzfarben auf den Laufsteg schickte.



Der Sonntag begann relativ früh mit BOTTEGA VENETA - eine wunderbare Schau von Tomas MAier, mit der genau richtigen Dosis Farbe für Sommer 2012.



Es folgte ein Besuch bei EMPORIO ARMANI und dann ein Showroom-Termin bei WOOLRICH, die für die neueste Kollektion Inspiration im Leben des Schriftstellers Hemingway suchten - und fanden. Auch hier: Tolle Farben, kernige Sachen, interessante Stoffe und eine hohe Funktionalität der Entwürfe.





Ganz gut in Form ist auch die Marke SALVATORE FERRAGAMO - die Kollektion zeigt einen nur ganz wenig effeminierten Dandy, der dem sommerlichen Müssiggang verpflichtet alles von seiner leichtesten Seite nimmt ...





Das Bonmot, dass die Blogger jetzt in der ersten Reihe sitzen, ist ab und zu durchaus wörtlich zu nehmen - Tommy Ton schiesst auf Ferragamo-Models.



VALEXTRA sucht nach Wegen, sich aus der beklemmenden Fixierung auf Luxus und Tradition zu befreien und findet sie beim Designbüro ChangeD von Renato Montagner, der dem Zweiklang das Element "Technologie" hinzufügt und so neue Türen aufstösst. Spannende neue Ideen zwischen Fashion, Handwerk und Ingenieurskunst.





Die einzige Schweizer Luxusmarke auf dem Mailänder Parkett ist BALLY, die ihre neue Kollektion, entworfen vom Londoner Designduo Fidler/Herz, im Showroom zeigten.Stilistisch ein bisschen verspannt, aber ganz der grossen Handwerkstradition des Hauses verpflichtet.



PRINGLE sucht nach einer neuen Identität - doch das, was der neue Creative Director Alistair Carr zeigte, kann noch nicht der Weisheit letzter Schluss sein: zu boyish, gesucht und um ein "Statement" bemüht.





Bei einer Verschnaufpause in einem Park an der Viale Umbria aufgefallen: Junge Männer, die in Scharen für eine Art Grashüpfer-Wettbewerb trainieren - man weiss nicht so genau, um was es geht, aber es steckt viel Dynamik drin.



Hoch geschätzt wurde das basisdemokratische Seating bei PRADA - alle sassen in der ersten Reihe, jeder für sich auf einem Schaumstoffwürfel, und dazwischen defilierten die Models mit etwas verzickten, aber sicher originellen Klamotten. It's showbusiness anyway!





Und dann ein vorläufig letztes Show-Highlight am Sonntagabend bei MONCLER: Thom Browne lud in den Circolo della Spada ein, einen Fechtklub, der gleichzeitig auch das sinnstiftende Motiv für die neue Kollektion war. Cool and sporty!





Dean Abend ausklingen liess man bei Champagner auf der Terrasse des neuen Hauptsitzes von FERRAGAMO inmitten von Mailand, mit dem schönsten Sonnenuntergang vor stahlblauem Himmel. Porst, am Montag geht's weiter mit D&G, Brioni, Versace, Gucci etc. etc. - wir berichten.

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