Thom Browne blickt durch

Mister Browne weiss, wonach Männer suchen. Die neue, zwanzig Modelle umfassende Brillenkollektion, welche der US-Designer diesen Herbst zusammen mit der Firma Dita lanciert, ist jenen Brillen nachempfunden, welche berühmte Architekten, Politiker, Künstler, Industriedesigner und Professoren der 40er, 50er und 60er Jahre auf der NAse hatten.



Die Gestelle von Thom Browne Eyewear sind aus Acetet und Metall, teilweise mit ledernen Details, ebenso gibt es Modelle mit Hornelementen. Hergestellt werden die Brillen des jungen, aber rasch wachsenden Labels Dita in Japan.

Change of horses - Fay mit Aquilano/Rimondi

Öfter mal was Neues: Nach dem exzentrischen, aber wohl nicht ganz massenkompatiblen Giles Deacon sollen Tommaso Aquilano und Roberto Rimondi versuchen, für die Della-Valle-Marke FAY neues Terrain zu erschliessen. Das Unternehmen hat kürzlich eine weitreichende Zusammenarbeit mit den beiden Designern verkündet, welche von den neuen Eigentümern bei Gianfranco Ferré vor kurzem auf die Strasse gestellt wurden. Erste Früchte der neuen Verbindung sollen zur Herbst/Wintersaison 2012/13 mit einer besonderen "F Collection" präsentiert werden.


Roberto Rimondi, Andrea Della Valle und Tommaso Aquilano.

20 Jahre im Paradies



Seit nun bereits zwanzig Jahren existiert das Zürcher Modelabel "Paradis des Innocents", 1991 von Simone Klemm und Stefania Samadelli gegründet, die damals gerade die Mode-Ausbildung an der Schule für Gestaltung in Zürich abgeschlossen hatten und zusammen ihre erste Kollektion unter dem damals noch etwas sperrig wirkenden Namen entwarfen.



Aus dem Startup, das in den ersten Jahren in den alten Fabrikgebäuden auf dem heute komplett umgenutzten Maag-Areal tätig war, ist über die Jahre ein fester Wert der Schweizer Modelandschaft geworden. Nach etlichen Jahren an der Oberen Zäune arbeiten Stefania Samadelli und Simone Klemm (sowie seit fast zehn Jahren auch Ursula Schwaller, die Dritte im Bunde) an der Oetenbachgasse 7, mitten im Herzen von Zürich.



Trotz Ihrer sehr zentralen Lage ist die Boutique von Paradis des Innocents bis heute in gewissem Sinne ein "Geheimtipp" geblieben für Frauen, die eine ruhige, sachliche und fokussiert Mode suchen, die der Trägerin Raum gibt und auch ein gutes Mass an eigener Interpretation zulässt. Die Marke steht nicht zuletzt auch für überdurchschnittliche Qualität: Die meisten Stücke dieser Designerkollektion werden auch heute noch in der Schweiz gefertigt.

Anlässlich einer kleinen, diskreten "Geburtstagsfeier" am Montag, 23. Mai zeigte die Schweizer "Schlangenfrau" Nina Burri einige Key Looks aus der Herbst/Winter-Kollektion von Paradis des Innocents.



Paradis des Innocents, Oetenbachgasse 7, 8001 Zürich, www.paradisdesinnocents.ch

SCHILD mit Ladies-Mass-Lounge in Zürich


Am Donnerstagabend hat das Schweizer Modehaus Schild sein frisch umgebautes und um zwei Stockwerke erweitertes Zürcher Flaggschiff wiedereröffnet. Eines der überraschendsten Elemente des neuen, zeitgemässen Interieurs, das total rund 7 Millionen gekostet hat, sind die beiden "Savile Row" Lounges für Masskonfektion - selbstverständlich für Männer (Bild oben), aber - und das ist ein Novum in Zürich - erstmals auch für Frauen.



Schild-CEO Thomas Herbert (oben) ist überzeugt, mit (Business)-Mode auf Mass neu auch die Frauen ansprechen zu können und wagt sich mit dieser Idee, die zusammen mit dem Zürcher Einrichtungshaus Zingg-Lamprecht umgesetzt wurde, auf ganz neues Terrain. Die Mass-Lounges sind wohnlich eingerichtet, mit grossen Tresen und entsprechenden Umkleidebereichen. Tapeten und grossformatige Fotos von der Savile Row sorgen für britisches Flair. Wer sich setzen will, tut dies auf den neuen "Schild"-Fauteuils des Zürcher Designers Christoph Marchand, die exklusiv für diese Bereich neu entworfen wurden und mit vornehmen Stoffen von Designer's Guild bezogen sind. Zur Präsentation der Mass-Lounges erschienen Designer Christoph Marchand und Zingg-Lamprecht-Chef Yves von Ballmoos (unten).



Anschliessend öffnete Schild die Türen für geschätzte 1500 Gäste, die auf fünf Stockwerken bis gegen Mitternacht das neu eröffnete Hauptgeschäft einem ersten Stresstest unterzogen. Models catwalkten durch die Gänge oder fläzten sich in Glaskojen ...



... während DJ Mahara McKay die Beats sukzessive auf den Campari-Pegel im Blut der Gäste abstimmte.

Top Jobs zu vergeben

Zwei der netteren, kultivierteren Creative Directors von wichtigen Weltmarken haben an diesem Wochenende ihre Jobs an den Nagel gehängt: Clare Waight Keller bei Pringle und Milan Vukmirovic bei Trussardi 1881.


Clare Waight Keller (oben) war seit 2005 bei Pringle of Scotland in Dienst und verlässt das Unternehmen, in Erwartung ihres dritten Kindes und "aus persönlichen Gründen", wie es heisst.


"Im gegenseitigen Einvernehmen" trennen sich Trussardi und Milan Vukmirovic, der einst Co-Gründer von Colette in Paris war und zwischenzeitlich auch die Mode für Jil Sander entwarf.

Vuittons "Nachtportier"



Da hat der smarte Herr Jacobs wohl mehr als nur einmal "Der Nachtportier" mit Charlotte Rampling geschaut, bevor er für Louis Vuitton diese Kollektion auf die Bühne schickte ...






Bilder Laufsteg: Reuters

Live from Paris: Louis Vuitton

Delikate Mischung: Marc Jacobs schickte am Mittwochmorgen um 10 Uhr in Paris für Louis Vuitton eine Mischung aus Uniformfetisch, Zimmermädchen und Lack-Domina auf den Laufsteg.



Die Models fuhren mit einem altmodischen Fahrstuhl zur Bühne hoch, wo ihnen ein livirierter Page die Tür öffnete und sie ihre Runden im Karree abschritten. Auch Kate Moss war dabei, im kurzen Höschen und Zigarette rauchend. Alles wohltemperiert politisch unkorrekt, dieses LV-Domina-Studio!

Und dank Livestream konte man auch in zürich live mit dabei sein ... Merci, Monsieur Jacobs.

Das Hochzeitskleid von Kate Middleton!?

Gestern bekam man in Paris vielleicht, höchstwahrscheinlich, so hört man, sagt man, glaubt man ... einenersten Blick auf Kate Middletons Hochzeitstag für ihren grossen Tag Ende April zu sehen! Und zwar bei Alexander McQueen, wo Sarah Burton ihre nun dritte Kollektion im Namen des vor Jahresfrists verstorbenen Firmengründers gezeigt hat.


Bilder Reuters, Komposition NZZ.

Quellen, die dem englischen Hof nahe stehen, wollen inzwischen wissen, dass sie es auch ist, die in einem Atelier in Buckinham Palace an der grossen Robe für Kate arbeitet. So stand's unlängst auch im deutschen "Stern". Die Looks, die gestern in Paris zu sehen waren, könnten auf jeden Fall schon mal als deiutlichen Fingerzeig in diese Richtung gewertet werden.

Paris Delights: Chanel

Die endlos lange Pariser Modewoche läppert sich dem Ende entgegen, und heute Dienstagmorgen hat sich nun auch Kaiser Karl die Ehre gegeben und im Grand Palais eine (wie gewohnt) bombastische Show angerichtet, mit einem düsteren Sleepy-Hollow-Wald, aus dem scharz gewandete Frauen kamen, die über verkohlte schwarze Böden schritten.


Bilder Reuters

Paris Delights: Lanvin



Geht Alber Elbaz von LANVIN bald zu Dior? Oder zu Saint Laurent? Paris scheint in Bewegung, nach diesen Schauen wird wohl nicht mehr viel so sein, wie es bisher war. Noch sind man vor lauter Bäumen den Wald nicht, aber bald dürfte einiges klarer werden.

Eine ausführliche textliche Begleitung der Pariser Modewoche, gerade was die bevorstehenden Rochaden in den Top-Jobs betrifft, findet sich aktuell auch auf NZZ ONLINE ... Dort gibt's auch eine Bildergalerie mit mehr aktuellen Kollektionen.

Hier derweil noch ein "visual delight" der jüngsten Show von LANVIN - schön wie immer.


Alle Bilder Reuters.
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