Window Shopping

Draussen mindestens so schön wie drinnen: Die Schaufenster des Kolonialwarenkaufhauses Fortnum and Mason in London (seit 1707!) sind wie immer eine Augenweide. Da schlemmt das Auge schon, bevor der Gaumen etwas spürt. Schade nur, dass der wunderbare Heimlieferservice (mit Kutsche!) nicht bis aufs europäische Festland reicht...





V-Ausschnitte

Abgelichtet vom britischen Fotografen Rankin, zeigen Sportler aus aller Welt in Nikes neuer Werbekampagne ihr schönstes Victory-Zeichen. Gewohnt cool gehen dabei die Herren von der iberischen Halbinsel zu Werke. Fussballeuropameister Cesc Fabregas...



und Wimbledonsieger Rafael Nadal.



Einziger Schweizer Werbeträger ist Valon Behrami, im Moment im Dienste von West Ham United. Der schaut etwas gar unsicher in die Kamera. Aber ist das Shooting wirklich so schlimm, dass er, wie seine Haltung uns signalisiert, ein Klappmesser hinter seinem Rücken versteckt hat?



Die beworbenen Jacken heissen übrigens "Eugene Track Jacket" (erhältlich bei Jelmoli, Nike Store zu 140 Franken und "Dual Chevron Track Jacket" (erhältlich bei Manor, NikeBasel und Ochsner Sport zu 120 Franken).


Leuchtkörper

Während wir in der Schweiz eher gemütlich durch die Gegend radeln, ist Velofahren in London auf jedem einzelnen Meter lebensgefährlich. Schlechte Sicht, fast immer schlechtes Wetter und eine schier unüberwindbare Menge Autos, die auf Zweiräder soviel Rücksicht nehmen wie ein Panzer auf Regenwürmer. Doch der Londoner verzichtet offensichtlich nur ungern auf sein Strampelvergnügen und macht stattdessen mit knalligem Gelb auf sich aufmerksam. Signaljacken sind der letzte Schrei unter Velofahrern der Themsestadt:



So eine Jacke ist nicht nur nützlich, sondern liegt in diesem Frühling auch voll im Farbtrend. Am beliebtesten bei Londons Velofahrern - die übrigens die knalligen Stücke ganz locker über Minirock und Anzug tragen - sind offenbar Modelle aus dem Hause Jeantex. Das neuste Modell des dänschen Herstellers:



Also, liebe Velofahrer, bekennen Sie Farbe. Das ist nicht nur aus Sicherheitsgründen, sondern auch in modischer Hinsicht ein echter Hingucker.

Helden von morgen (2)

Kaum sind ihre Abschlussarbeiten über den Laufsteg promeniert, haben die Nachwuchsdesigner vom Central Saint Martins College auch schon Verträge mit einem Grosskonzern.




Puma hat sich mit Motorradhersteller Ducati zusammengetan und 14'000 Pfund Preisgeld ausgeschrieben für das beste Redesign einer Bikerjacke. Hier die Ergebnisse:


1. Preis: Katie Greenwood


2. Preis: Wayne Fitzell


3. Preis: Nicola Lewis


3. Preis: Laura Mackness

Doch neben dem Preisgeld winkt den vieren noch etwas viel Wichtigeres: Internationale Verbreitung. Ab August werden die Modelle der Gewinner in allen Puma Black Stores zum Verkauf stehen. Schweizer Fashionistas seien allerdings gewarnt: die Black Stores stehen an Orten wie New York, Hong Kong und Tokyo. Uns erbärmlichen Hinterwäldlern bleibt leider nur die Hoffnung, die sexy Lederteilchen in einem "ausgewählten Geschäft" (Pressemitteilung) in unserer Nähe zu finden.




Helden von morgen



Zum Auftakt der London Fashion Week zeigten 17 Absolventinnen und Absolventen des Central Saint Martins College of Art & Design ihre Abschlussarbeiten. Und was die wert sind, belegt ein kurzer Auszug aus der Liste der bisherigen Absolventen: Alexander McQueen, Christopher Kane, Marios Schwab, Jonathan Saunders, Peter Jensen...

Hier ein paar Schnappschüsse von Arbeiten, die uns besonders gefallen haben. Und natürlich passend dazu die Namen, die man sich merken sollte:


Birgit Soerensen


Katie Greenwood


Chary Westberg


Abigail Briggs (Textilien)


Seine Kreationen wurden besonders laut beklatscht: David Koma


Oden Wilson

Da bleibt nur zu hoffen, dass wir sehr bald sehr viel mehr von ihnen hören (und sehen) werden.




Weibliche Rundungen



Es gibt nur Weniges, das junge Frauen so in Extase versetzt. Dass ausgerechnet das neue Produktdesign von Nivea Body für die Euphorie auf diesem Werbefoto verantwortlich sein sollte, ist allerdings wenig wahrscheinlich.



Dennoch müssen wir an dieser Stelle zugeben: Die Fläschchen sind formschön, schlicht und praktisch. Sie lösen vielleicht nicht gerade, wie bei den Damen im Bild, einen Sturm der Begeisterung aus, aber im Badezimmer machen sie sich bestimmt nicht schlecht.

Verantwortlich für den neuen Schwung in der Flasche ist übrigens Industriedesigner Volker Hundertmark. Der hat schon den Produkten von Geschirrmacher Rosenthal/Hutschenreuther, Nähmaschinenhersteller Bernina, dem Lebensmittelgiganten Nestlé und der Tankstellenkette Aral neuen Schwung verliehen. Hundertmark bringt alles in Form, ob Geschirr...


Vogelhäuschen...


Hocker...


oder Kühlboxen.


Beim Design der neuen Nivea-Produkte habe er sich übrigens, gibt er zu Protokoll, von den "Kurven einer Frau" inspririeren lassen. Bei dem schicken Schwung in der Flasche ist allerdings anzunehmen, dass es sich dabei nicht um eines der doch eher knabenhaften jungen Mädchen aus der Werbekampagne handelte. Gut, dass wenigstes die Flasche echte Kurven hat.

Für die Birne

Salewa präsentiert an der Sportartikelmesse Ispo den ersten Helm, der für alles passt. Bisher brauchte man ja einen Helm zum Velofahren, einen zum Klettern, einen zum Skifahren und einen zum Reiten. Dank dieses ultraleichten Stücks können Polysportler nun viel Geld sparen, denn der Helm ist zugelassen für jede Sportart, bei der man seinen Kopf schützen sollte.



Zugegeben, eine Schönheit ist die glitzernde Hartschale nicht, aber hier haben Funktion und Wohlbefinden des Geldbeutels wohl Vorrang... Erhältlich ist das gute Stück ab Herbst bei allen einschlägig bekannten Sportfachhändlern.

Ganz nebenbei sei hier vermeldet, dass man bei Salewa nicht nur Köpfe gut behandelt, sondern auch Mägen. Am Messestand des Outdoorausrüsters gab es nämlich das bei weitem beste Essen der Ispo: Knödel mit Spinat und Rote Beete (deutsches Essen für deutsche Firma). Herrlich lecker, mit Reibkäse und Rahmsauce. Nur das Rezept gabs leider nicht dazu.




Und auch jene, die Funktionalität zwar zu schätzen wissen, aber beim Skihelm doch eher auf Ästhetik setzen, kommen im nächsten Winter auf ihre Kosten. Der Helm "Bullet" von Carrera kommt mit passender Ski- und Sonnenbrille und ist rund wie eine Bowlingkugel. So schön kann Retro sein!

Klotzen in der Krise

Während die Teilnehmer des WEF in Davos mit ihren schwarzen und grauen Outfits das Auge langweilten (an der Langeweile konnten auch die ebenfalls anwesenden Naomi Campbell und Marc Forster nichts ändern), tobten nur wenige hundert Meter vom Kongresszentrum entfernt knallige Kerlchen an der Davoser Pipe:





Neon und wilde Muster sind auf der Piste Trumpf in diesem Winter. Und daran wird sich, wie eine erste Sichtung an der Ispo belegt, so schnell nichts ändern. Auch für die Saison 2009/10 stehen die Zeichen auf Farbe. Türkis soll der grosse Renner werden, und der marktführende Snowboardhersteller Burton (erste Bilder aus dem Orderkatalog für die nächste Saison unten) propagiert gar eine "Full Body"-Musterung: Jacke wie Hose wie Bindung und Schuhe im gleichen wilden Muster. Von wegen Finanzkrise, wir treibens bunt!



Alles andere als Mimosen

Dass Mimosengelb die Farbe des Jahres ist, hatten wir ja bereits an anderer Stelle vermeldet. Nun ist die gelbe Welle auch auf die Sportartikelindustrie übergeschwappt.
An der ISPO, der weltgrössten Sportartikelmesse, punkteten gleich mehrere Hersteller mit trendigem Gelb.



Rico Dürst, Erfinder des Schweizer Labels Outlyne, präsentiert am Stand eine Jacke in sattem Mimosengelb für die kommende Saison. Definitiv das schönste Gelb der ISPO! Und ja, die Jacke gibt es ab dem kommenden Herbst auch für Frauen...



Knalliger sind die Gelbtöne beim Schweizer Outdoorausrüster Mammut...



Aber man will sich ja schliesslich abheben von der kruden Natur, da draussen in der Wildnis.

Und auch Damenausrüster Wild Roses punktet mit sattem Gelb:




Ja, da wirds einem gleich wärmer ums Herz. Schade nur, dass wir auf die sonnigen Stücke noch einen ganzen Sommer lang warten müssen...





Ökologie für Skihasen und Pistenraudis

Wieder stehen die Skiferien vor der Tür, und auf der Suche nach "unberührter Natur" werden in nicht allzu langer Zeit wieder ganze Ameisenstrassen von Sonnenhungrigen in die Berge strömen. Dass dort von Natur oft nicht mehr viel zu sehen ist, und dass so mancher Skifahrer in seinen Ferien auch noch den letzten Rest der Unberührtheit zunichte macht, wird immer mehr zum Thema. Da ist Öko-Bewusstsein gefragt, und dieses vermittelt die französische Organisation "Mountain Riders" mit ihren Eco-Guides.



Der (in Französisch und Englisch erhältliche) "Eco Guide to Mountain Gear" gibt Tipps zum umweltbewussten Einkauf von Ski- und Snowboardausrüstung und vermittelt Einblicke in die Herstellungsprozesse einiger prominenter Marken. Ausserdem werden die Anforderungen für Ökolabels wie "Fairtrade", "1% for the Planet" oder "Organic Cotton" aufgelistet. Alles in allem ein handliches, leicht verständliches Hilfsmittel für all jene, die Natur nicht nur geniessen, sondern auch erhalten wollen.



Noch einen Schritt weiter geht der (nur in französisch erhältliche) "Eco Guide des Stations de Montagne". Hier werden 80 französische und 10 internationale Skiorte unter die Lupe genommen. Alle, die bisher nicht wussten, dass 35 Prozent der Davoser Pisten künstlich beschneit werden oder dass Andermatt rund 13000 kWh aus Sonnenkollektoren bei der Gemsstockbahn gewinnt, können den Guide hier kostenlos downloaden. Adelboden, Arosa, Gstaad, Laax, Saas Fee, Silvaplana, Verbier und Zermatt sind ebenfalls im Guide enthalten. Auf dass der Schnee weiss vom Himmel falle und dabei ein ganz klein wenig grüner werde...
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