Klassiker feiern Geburtstag

Der berühmte Landistuhl aus Aluminium von Hans Coray feiert im nächsten Jahr seinen 70. Geburtstag. Der Stuhl aus dem Jahr 1939 mit seinem prägnanten Lochmuster ist aber nicht der einzige Designklassiker, der einen runden Geburtstag feiern darf. Wir haben im Magazin-Z ja bereits die Altorfer-Liege, die in diesem Sommer sechzig geworden ist, vorgestellt. Zwanzig Jahre jünger, aber immerhin auch schon vierzig Jahre alt ist hingegen der Sitzsack Sacco von Zanotta.


Foto: Landistuhl von Hans Coray (www.baudoc.ch)

In der Mitte zwischen diesen beiden Geburtstagen steht der Egg-Chair von Arne Jacobsen, den der dänische Designer 1958 für das Radisson SAS Hotel in Kopenhagen entworfen hat. Wir sagen also viermal Happy Birthday und hoffen, dass wir an unserem fünfzigsten oder sechzigsten Geburtstag eher die Form und Silhouette eines schnittig-grazilen Landi-Stuhls angenommen haben werden, denn eines Saccos. Warten wir's ab.
Egg Chair

Foto: Egg-Chair von Arne Jacobsen (vintageverity.files.worldpress.com)

Hannes Wettstein verabschiedet

Heute mittag fand in der Zürcher Fraumünsterkirche die Gedenkfeier für den am 5. Juli dieses Jahres verstorbenen Designer Hannes Wettstein statt. In der mit weissen Lilien und einem nachdenklichen Porträt des Verstorbenen geschmückten Kirche fanden sich rund 400 Trauergäste zu einer anderthalbstündigen Abdankung ein, unter ihnen Freunde, Familie, Wegbegleiter, Mitarbeiter und stille Bewunderer des herausragenden Schweizer Produktgestalters.



Hannes Wettstein Leben und Werk wurde in verschiedenen Ansprachen gewürdigt. Amüsante Anekdoten aus gemeinsamen Kneipenstunden in den späten siebziger Jahren und frühen achtziger Jahren erzählte der Autor und Regisseur Samir, ergreifende Worte des Dankes und des Schmerzes sprach sein Weggefährte und Geschäftspartner Stefan Hürlemann, Architekt Mike Guyer berichtete vom gemeinsamen Schaffen mit Hannes Wettstein und unglaublich anrührende Liebesbekundungen kamen von Wettsteins Witwe.

Ferienblog Teil 7: Pipi public

Wird in der Schweiz irgendwo ein öffentliches WC installiert, ist es garantiert eines dieser ambitionierten "Wohlfühlcenter" und Sanitär-Erlebnisparks wie im Zürcher Hauptbahnohof, wo einfaches Wasserlassen einen Franken kostet. Anders lösen die Behörden in Amsterdam das Problem: selbst auf touristisch bedeutsamen Plätzen wie dem Leidseplein werden ohne Furcht minimal invasive Pipi-Stationen eingerichtet, in denen die Herren vor den Augen der Öffentlichkeit ihren Druck regulieren können.



Vorläufig sind die gelben Pinkelstationen noch nicht weiter beschriftet, aber man könnte sich diese Dinger auch gut in Heineken-Grün und mit entsprechender Beschriftung vorstellen. Schön ist das alles nicht - aber immer noch besser, als wenn einfach überall die Hausecken geschifft wird, so wie das heute in Zürich anlässlich der Streetparade der Fall sein wird.

Ferienblog Teil 2: Public Lounging

Das wäre ja auch mal eine Idee, die man aus Amsterdam nach Zürich importieren könnte: öffentlich spontan Apéros machen, statt immer darauf warten, bis irgendwo ein "Floss" anlegt. In Amsterdam an der Oostelijken Handelskade gesehen: spontane Lounge-Party mit Lounge Pillows, dem grossen und leichten Sitzkissen für zwei.



Mehr über das Produkt auf www.loungepillow.com

Wohnungsnot: eine Pariser Idee

Wohnungsnot: eine Pariser Idee

Ein cleverer Ansatz, wenngleich städtebaulich vielleicht doch etwas riskant: einfach eine selbst gezimmerte Hütte an die Fassade hängen, fertig ist das Extrazimmer für den neuen Untermieter. Gesehen in Paris.

Farewell, Hannes Wettstein

Mit grosser Bestürzung haben wir am Samstagmorgen, 5. Juli die Nachricht vom viel zu frühen Tod des Schweizer Designers Hannes Wettstein vernommen. Hannes wurde vor wenigen Wochen erst 50 Jahre alt - den runden Geburtstag feierte er mit einer Hundertschaft von Freunden in der Old Fashion Bar in Zürich. Auf das ihn zunehmend zeichnende Krebsleiden angesprochen, äusserte sich Wettstein dort voller Hoffnung, den Kampf zu gewinnen. Jetzt hat Hannes unbegreiflicherweise doch verloren. Am Donnerstagmittag, 10. Juli wird Hannes in der Kirche Fraumünster in Zürich verabschiedet.


Die Schweiz verliert mit Hannes Wettstein einen der profiliertesten, reflektiertesten und engagiertesten Produktgestalter unserer Zeit. Hannes' Entwürfe waren international gefragt - und werden es dank ihrer zeitlosen, eleganten Formen noch lange bleiben. Erst vor kurzem hatte "Z - Die schönen Seiten" noch über einen von Hannes' jüngsten Enwürfen, die Leuchte "Scoop" für Belux, berichtet.
Unser tief empfundenes Beileid gilt der ganzen Familie von Hannes Wettstein. Wir werden ihm immer ein ehrendes Andenken bewahren und er wird uns in seiner präzisen, pointierten Art ein Vorbild bleiben.

Design Miami Basel

Am Donnerstag, 5. Juni dei letzte Gelegenheit: die "Design Miami Basel" in der fabulösen Beton-Markthalle beim Basler Bahnhof. Eine interessante Galerien-Show der Möbelkunst und der Wohnklassiker des 20. Jahrhunderts, mit einigen spannenden neuen Ansätzen und vielem, was Vintage-Fans glücklich macht. Markthalle, Viaduktstrasse 10, Basel, www.designmiami.com/basel

Tägliche News zur Design Miami Basel auch auf www.nzzdomizil.ch

My Design District in Lausanne

Wem in den kommenden Tagen und bis zum darauffolgenden Wochenende die Decke auf den Kopf fällt und wer eine Alternative zur Art Basel sucht, dem empfehlen wir einen Besuch an "My Design District" in Lausanne. Das Flon-Quartier verwandelt sich vom 5. bis 8. Juni in einen Design-Parcours mit 104 verschiedenen internationalen Namen wie Arper, Artemide, Bang & Olufsen, Cappellini, Dutchtub, Eternit, Fritz Hansen, Minotti, Natuzzi, Poltrona Frau oder Tom Dixon.

Die vom Lengnauer Uhrenhersteller Rado und anderen namhaften Sponsoren geförderte Ausstellung bietet sich gleichermassen für Fachpersonen und Laien an. Mehr Informationen zum Pogramm: www.myplayground.biz/MyDesignDistrict08/programme.php


Bild: Tom Dixons temporary showcase "Housewarming" im 34. Stock des neuen Chelsea Stratus Apartment Building, New York.

Tischsekretär von KASPAR

Es gibt so ein paar feine Dinge im Leben, die wir wohl nie besitzen werden, uns aber dennoch über Gebühr faszinieren. Dazu gehört auch der handgearbeitete Tischsekretär des Steinhausener Luxus-Buchbinders und Druckers KASPAR, den wir nicht nur für dieses handwerklich wie ästhetisch gut gelöste Juwel weiterempfehlen möchten, sondern auch für seine Briefschaften und die in Leder gebundenen Notizbücher. Preis auf Anfrage. www.kaspar-stationers.com

Englisch vom feinsten: Established & Sons

Im Februar dieses Jahres präsentierten wir im Magazin "Z - Die schönen Seiten" eine Reihe von Wohnprofis, deren Heim wir fotografiert hatten - darunter war auch Yves von Ballmoos, Chef des Zürcher Edeleinrichters Zingg-Lamprecht.



Yves von Ballmoos Haus, entworfen von Fröhlich & Hsu, ist von aussen kühl und maskulin, aber von innen auf moderne Weise behaglich und wohnlich. Der Hausherr sagte in "Z" damals: "Ich will zeitgemäss wohnen, mit Möbeln von heute."





Fotos: H.R. Rohrer

Was "zeitgemäss" ist, demonstierte Yves von Ballmoos nun mit einem Event in seinem Möbelhaus, zu dem er am 8. Mai die Gründer und Designer des trendweisenden englischen Interior-Labels "Established & Sons" geladen hatte.



"Established & Sons", 2005 u.a. vom ehemaligen "Wallpaper"-Mitherausgeber und Stella-McCartney-Ehemann Alasdhair Willis gegrüdnet, versteht sich als moderne Interpretation von traditionell britischer Möbelkultur.



Bei Zingg-Lamprecht am Stampfenbachplatz in Zürich sind nun exklusiv die aktuellsten Entwürfe von "Established & Sons" ausgestellt, darunter einige Neuheiten, die vor wenigen Tagen noch am Mailänder Möbelsalon standen, etwa das Schubladenmöbel "Stack" oder der filigrane Karbon-Tisch von Terence Woodgate & John Barnard.



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