Bally und Central Saint Martins

Erfreulich, dass auch in der Modebranche immer wieder mal der Nachwuchs gefördert wird.

Wie zum Beispiel im Falles des Schweizer Luxusunternehmens Bally , welches diesen Januar ein Projekt in Zusammenarbeit mit der Central Saint Martins School in London realisiert hat, bei dem fünf Studenten unter der Obhut des Bally Designteams sowie der renommierten Professorin Louise Wilson Schuhe für das Traditionshaus entworfen haben.

Bally Central Saint Martins
Entwurf von William Hendry.

Die Aufgabe bestand darin, einen fotogenen und extravaganten Damenschuh mit luxuriöser Ausstrahlung zu entwerfen, der in der traditionellen Machart von Ballys exquisiter Handwerkskunst gefertigt werden kann.

Bally CSM
Entwurf von Estefania Cortes.

Einige Modelle wurde nun ausgewählt und werden in den Werkstätten in Italien und der Schweiz realiert. Diese werden ab September diesen Jahres in ausgewählten Bally Stores erhältlich sein. Im deutschsprachigen Raum werden die außergewöhnlichen Schuhe in Berlin, Zürich und Wien angeboten.

Bally CSM
Enwurf von Charles Youssef.

Bally's CEO, Berndt Hauptkorn, ist begeistert von der Zusammenarbeit mit den Studenten der Central Saint Martins und will die Kollaboration auch in Zukunft weiterführen.

Man kann also gespannt sein auf weitere kreative, hoffentlich etwas leichtfüssigere, Entwürfe des Modenachwuchses!

Scarlett in den Seventies

In Spanien findet man offenbar grossen Gefallen an Scarlett Johansson. Sie ist erneut das Gesicht der Modemarke Mango und präsentiert für den kommenden Herbst - so die Pressemeldung - Looks, die an die späten Siebziger und den Look von Frauen wie Anjelica Huston erinnern sollen.





Nun, zumindest mit der Frisur hat es schon mal ganz gut geklappt, wie dieses Bild von Huston an der Oscar-Verleihung 1975 zeigt (und ja, die hatte damals wirklich den Jack Nicholson an der Angel).

HYBRID TIMES - all about Menswear Spring 2011

Die Männermode-Schauen in Mailand und Paris haben gezeigt, dass klassische Kategorien heute Makulatur sind und nur der innovativ wirkt, der über die Grenzen der Genres hinaus denkt und eine hybride Mode aus Formal-, Casual- und Activewear entwirft. Diese fällt allerdings weniger lässig und einen Tick „angezogener“ aus als in der vorherigen Saison.



Der moderne Mann ist mobil, vernetzt und permanent unterwegs. Sein Outfit ist darum ein Crossover-Mix von funktionellen, technischen und formellen Elementen. Er muss in jeder Situation, sei es auf Achse oder im Meeting, eine optimale Figur machen. Er muss Diversität und Multioptionalität ausstrahlen; entspannt und gleichzeitig kompetent. Er braucht Taschen und Stauräume, Schichten und Varianten.



Der klassische Anzug erfüllt diese Anforderungen nicht, weswegen in Mailand und Paris für Frühling 2011 intensiv an neuen Lösungen gearbeitet wurde. Vier Kollektionen sind exemplarisch für diesen hybriden Kollektionsansatz: Bottega Veneta und Burberry in Mailand sowie Lanvin und Hermès in Paris.

Bei Bottega Veneta kombinierte Designer Tomas Maier einmal mehr raffinierte Casualwear mit einer formellen Note, ohne dabei in klassisches Fahrwasser zu geraten. Vieles funktioniert über die belebten Oberflächen, die elegant knittrig und gewaschen wirken, aber niemals zerstört oder abgenutzt. Wichtig sind neue, superleichte Nylons, etwa für Windbreaker, und dicht gewobene Baumwolle, welche in subtil abgestimmten Naturfarben und im Zusammenspiel mit feinem Leder oder Mikroperforationen eine ganz eigene Lebendigkeit entwickeln.



Burberry bleibt seiner Geschichte treu und schöpft auch für den Frühling aus dem Fundus seiner (Mantel-)Historie. Neu werden die Parkas und Duffles aber mit Motocross-Hosen und Biker-Westen kombiniert, die einen Schuss Rock’n Roll in den Explorer-Spirit bringen. Die neue Kombination gibt Christopher Baileys Handschrift einen Schuss Aggressivität und nimmt der Kollektion die historisierende Note.



Hermès präsentierte Luxushybrid-Mode in Reinkultur: Veronique Nichanian baut auf den ultraleichten Zweiknopfanzug auf, bricht ihn aber durch Kombinationen mit Elementen oder ganzen Teilen aus der Sportswear. Das Resultat kann ein Hemd mit dem Rücken eines Blousons, einem Reissverschluss oder einer Kapuze sein.



Auch Lanvin fusioniert High-Performance-Bekleidung mit mehr konservativen Klassikern, die eine eindeutige Einordnung verweigern und wie eine sehr schlaue Antwort auf die textilen Sehnsüchte des modernen, urbanen Nomaden wirken.



Nach der Krawatte sucht man in den meisten Kollektionen wiederum fast vergeblich. In Raf Simons extrem konzeptioneller und grafischer Schau schimmert sie unter halbtransparenten Overshirts durch, und bei Dolce & Gabbana duckt sie sich ganz schmal und Ton-in-Ton auf das weisse Hemd bzw. bei Prada unter das „V“ eines Pullovers. Viel öfter sieht man dagegen ein flamboyantes Halstuch oder Foulard.



Weiss ist für kommenden Frühling superzentral – lange schon sah man keine derartig lebendigen Spiele innerhalb der hellen Nichtfarben mehr, und zwar in vielen, auch sehr kommerziellen Menswear-Kollektionen.



Das Farbspektrum öffnet sich von der Weisspalette aus in Richtung Beige- und Sandtöne, auch diese wiederum in vorwiegend tonigen Kombinationen, sowie in Richtung von grauen Kalk-, Asphalt- und Rauchfarben, welche überreich vorhanden sind.





Wer mehr Farbe will, wird vielleicht mit der neuen Offensive aus der grünen Ecke glücklich – hier kommt, passend zum Zeitalter der Nachhaltigkeit, eine „grüne Welle“ auf uns zu. Natürlich darf man auch weiterhin getrost auf die verlässlichen, wenngleich nicht mehr ganz so neuen Blaupaletten setzen – neue Inspirationen dazu liefert etwa Prada.



Die von Jil Sander vorgeschlagenen, flächig eingesetzten Technipastels und Graphicolors dürften vorerst eher etwas für den Avantgarde-Bereich sein. Wahrscheinlicher ist es, dass sehr kräftige Farben als Accessoire-Akzente vorkommen – Giorgio Armani zeigte etwa neongelbe Gürtel zu sandfarbenen Baumwollanzügen.



Das Modebild von morgen ist recht pragmatisch und verzichtet meistens auf historisierende Referenzen. Insofern sind Schauen wie die von Yohji Yamamoto, der die Menswear der vergangenen Jahrhunderte hervorkramte oder die von John Galliano, der eine Hommage an Charlie Chaplin lancierte, eher Ausnahmen.



Wenn neue Role Models gebraucht werden, so sind die neuen Typen sicher eher im Bereich der Hirten zu finden, die mit losen Schichten von Kleidung und wilden Bärten die Laufstege erobern. Andererseits ist das Spektrum der Mods und Rocker noch nicht ausgereizt – die Jugendkultur der 50’s und 60’s kann mit etwas Geschick durchaus zeitgemäss aufgewärmt werden.





Auffällig ist, dass die Schnitte sich von den extrem körperbetonten Silhouetten der letzten Jahre wegbewegen und teilweise fast schon in Richtung gezügelter Überweite tendieren. Der Parka tut dies ganz ungekünstelt und kommt deswegen häufig vor. Shorts sind omnipräsent, auch zum Sakko, und werden am Saum oft ein wenig hochgerollt. Ein auffälliger Saison-Favorit wird der sommerlich interpretierte Dufflecoat in leichteren Materialien.



Bei den Sakkos bleibt das etwas verkürzte Zweiknopf-Sakko der Standard, aber der gefittete Zweireiher macht deutlich Boden gut. Bei den Hosen wird die Palette von Chinos und Khakis sicher noch einmal ausgeweitet, selten auch in sehr weiten Schnitten – die gewaschenen, hellen Baumwollhosen haben die Jeans als Basis der Menswear abgelöst.

Punkto Prints lassen sich im Bereich der kleinen Tapeten-, Krawatten- und Buchvorsatz-Muster sowie bei Pyjamas neue Motive finden. Wer weniger experimentell veranlagt ist, bleibt eine weitere Saison lang mit allen Arten von bunten Checks auf der sicheren Seite.

(Alle Bildcollagen aus Material von style.com und thesartorialist.com)

Rotierende Briten

Und noch ein Beitrag zum Ende der Zweidimensionalität. Die neue digitale Werbekampagne von Burberry eröffnet den Liebhabern britischen Stils ganz neue Perspektiven: Bewegungsempfindliche Bilder und Videos können per Mausklick rotiert, angehalten oder sogar um 180 Grad gedreht werden, Produkte und Darsteller können vom Benutzer interaktiv gesteuert werden.



"Ich möchte, dass jemand, der die Kampagne sieht, nicht nur Bilder sieht, sondern sich auch als Teil dessen fühlt, was wir geschaffen haben", sagt Burberrys CCO Christopher Bailey (CCO, so lässt der Pressetext uns Hierarchiebanausen wissen, steht übrigens für "Chief Creative Officer") zur neuen Werbekampagne. Na dann rücken wir den schicken Briten doch mal so richtig zu Leibe!

Armanis Augenweide

Nun ist es also da, das erste Bild aus der neuen Emporio Armani-Kampagne mit Megan Fox.



Die Amerikanerin, seit drei Jahren in den Top 5 der "Sexiest Women Alive" (derzeit Platz 2) und ganz nebenbei meistgegoogelte Frau der Welt, posiert (für ihre Verhältnisse schon fast ein wenig unschuldig) in edler Wäsche. Nebst Unterwäsche wird sie ab Herbst auch die Jeanswear des italienischen Altmeisters präsentieren, ausserdem erwartet uns gemäss Pressemitteilung ein Kinospot mit der Brünetten. Da wird sich wohl so mancher Mann bald noch lieber vor die Leinwand setzen...

From Bally with love

Und wieder entdeckt ein Modehaus die bildende Kunst. Kollaborationen mit Künstlern gehören in diesem Geschäft ja inzwischen zum guten Ton, und so präsentierte Bally gestern abend (passend zum Thema an der Art Basel - und als Kollaboration mit der Messe) seine erste "Bally love" Capsule Collection.






In Zusammenarbeit mit dem Lausanner Künstler Philippe Decrauzat - dessen Kunstwerke wie auch die von ihm entworfenen Stücke für Bally vom Wechsel von Schwarz und Weiss geprägt sind - entstanden unter anderem Damenschuhe, ein Herrenschuh, und Taschen





Erhältlich sind die schicken Stücke erstmals Anfang Dezember an der Art Basel Miami Beach. Wenig später sollen sie auch (so die Mitteilung) "in den führenden Bally-Flagship-Stores" erhältlich sein. Welche unserer Schweizer Bally-Fillialen als führend erachtet werden, ist uns aber leider nicht bekannt.

Making of: Magazin "Z" Cover-Shooting

Kommendes Wochenende erscheint das neue Magazin "Z" zum Schwerpunkt Design.

Praktikantin Fabia Bernet schildert in folgendem Text Ihre Eindrücke von der Produktion zum Cover-Shooting:

High- Heels, künstliche Bräune und eine Menge Koffein.

Am Donnerstag, den 6. Mai zog im Fotostudio von Sandra Kennel ein heftiges Blitzlichtgewitter auf. Grund dafür war das Shooting für eine Bildserie im „Z“-Magazin.
Was für ein Glück für mich, dass es gerade während meiner Praktikumszeit stattfindet. Mit diesem Text lasse ich Sie auch ein bisschen von der Luft hinter der Kulisse schnuppern.

Making of Z Magazin Shooting
Garderobe und Umkleideraum mit Frauen- und Männerkleidung.

Unter der Leitung von Kim Dang wurden die beiden Models, Tobias und Jaclyn über den Vorgang und das Ziel der Aufnahmen informiert und anschliessend für das erste Foto geschminkt, angezogen und in Szene gesetzt.

Durch das erste Bild wurde sogar der Morgensport für das Model Jaclyn ersetzt. Mit Rucksack auf dem Rücken und schwindelerregend hohen High-Heels musste sie sich den neonfarbenen Stuhl immer wieder über den Kopf hieven und dabei auf eine perfekte Körperhaltung achten, und dies alles umzingelt von mehreren Scheinwerfen. Klar, dass man da ins Schwitzen kommt.

Wie gut, dass Nicola Fischer immer in der Nähe war um jedes verschmierte Make-up und jede verirrte Haarsträhne zu retten. Sie war es auch, die dem männlichen Model die Oberarme mit künstlicher Bräune bepinselte, da er durch das viele T-Shirt tragen in der Sonne einen starken Kontrast zwischen braunem und blassen Oberarm zeigte.

Making of Z Magazin Shooting
Während Tobias abgelichtet wurde, zog sich Jaclyn zurück und wir fanden sie schlafend auf dem Sofa- so ein Modeljob macht eben doch müde.

Making of Z Magazin Shooting

Doch das Shooting neigte sich noch nicht dem Ende zu. Für jede neue Szene wurden Möbel zusammen- und auseinander geschraubt, neue Outfits zusammen gestellt, die Models neu positioniert und die letzten Makel ausgeglichen.

Making of Z Magazin Shooting
Letzter Schliff für ein perfektes Foto. (Kim Dang, Jaclyn und Tobias)

Auch wer um neun Uhr morgens seinen Job topfit angetreten ist, brauchte ziemlich rasch Koffein um nicht müde zu werden und durchzuhalten bis am Schluss. So ist es kein Wunder, dass die Kaffemaschine des Fotostudios bis in den Abend hinein auf Hochtouren lief.

Text und Bilder: Fabia Bernet

Das Ergebnis dieses Shooting sehen Sie kommendes Wochenende, 12./13. Juni im Magazin "Z".

Der Federer-Look

Beim Durchackern der Lookbücher entdeckt:
Windsor 1

Die deutsche Marke Windsor präsentiert seine Herbst/Winter Herrenkollektion ganz im makellosen Roger-Federer-Stil.

Preppyness oder elegante Sportswear oder sportliche Eleganz oder.... wird diesen Herbst in der Mode, vor allem bei den Herren, ganz gross geschrieben.

windsor 6

Mit der Wahl des Roger Federer look-alike als Lookbook-Model hat Windsor eine elegante Lösung gefunden sein leicht behäbiges Sortiment zeitgemäss zu präsentieren.

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Dafür hat Windsor ein dezentes, anerkennendes Kopfnicken von uns verdient.

Federer Mens Vogue
Und hier noch als Vergleich der fesche Roger auf dem Cover der Men's Vogue aus dem Jahre 2007.
(Bild: www.globalgiants.com)

Bewegung beim Modevolk!

Nach ein paar Jährchen der relativ Stagnation ist plötzlich wieder Bewegung im Jobkarrussell der internationalen Modewelt. Gleich vier Design-Topjobs wurden diese Woche neue besetzt:

1. Bei Alexander McQueen übernimmt dessen langjährige rechte Hand Sarah Burton das kreative Zepter. Der englische Designer hatte sich im Februar dieses Jahres selbst getötet.


Foto David Burton/AP - via NYT.

2. Die Marke Brioni bekommt mit dem neuen Creative Director Alessandro Dell'Acqua endlich eine fähige Lichtgestalt, welche dem im Grunde schönen Label Profil geben kann.


Alessandro Dell'Acqua ist ein lebensfroher Partytiger.

3. Auf dem "Schleudersitz" bei Ungaro nimmt nach diversen glücklosen Kandidaten, darunter auch Lindsay Lohan, nun der Brite Giles Deacon Platz, der Mann mit der kuriosen Brille und dem liebenswerten Humor.


Giles Deacon mit Agyness Deyn / The Mirror.

4. Und last but not least steigt bei Hermès der Franzose Christophe Lemaire in die Hosen, der dort Jean-Paul Gaultier im Herbst nach sieben Jahren als Creative Director der Damenmode beerbt. Er soll dort "sportlich-elegante" Damenmode entwerfen, wie man sie von Hermès kennt und wünscht.


Christophe Lemaire / Le Figaro

Who said that fashion is not moving?!

Kate Moss tanzt

Während sich hierzulande Boulevardblätter darüber ereifern, ob Topmodel Kate Moss nun Alteisen oder Kult sei, zeigt selbige Dame für Top Shop, dass noch sehr viel Frische und Leben in den alten Knochen steckt!

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