Ex-Hermès-Patron Jean-Louis Dumas gestorben

Das französische Luxuslabel Hermès meldet heute abend in einem kurzen Communiqué, dass sein langjähriger Patron Jean-Louis Dumas, bis vor kurzem noch aktiver Leitstern des Hauses, in diesen Tagen verstorben ist.

Jean-Louis Dumas, Enkel von Emile Hermès, war seit 1964 an Bord und seit 1971 operativ verantwortlich. Dumas führte das Haus Hermès von 1978 bis 2006 als Verwaltungsratsvorsitzender. In seine Zeit bei Hermès fallen viele der weitsichtigen und für den weltweiten Erfolg der Firma gültige Entscheide.

Jean-Louis Dumas war bekannt als ebenso charmanter und witziger Unterhalter wie als stiller, präziser Beobachter seines Umfelds. Er hatte Ideen, Esprit und überraschte immer wieder mit grosser Kreativität. Es ist kaum übertrieben zu sagen, dass JLD für lange Zeit das Wesen von Hermès prägte - und dies noch lange nach seinem Tod weiter tun wird.

Dumas litt in den letzten Jahren immer sichtbarer unter einem rapiden altersbedingten körperlichen Verfall - es war von Alzheimer die Rede. Er wird am Nachmittag des 7. Mai in der Eglise Réformée du Saint Esprit im 8. Arrondissement in Paris beigesetzt. Wir werden diesem ungewöhnlichen und geistreichen Mann ein ehrendes Andenken bewahren.

Agent Provocateur: Back to Sensuality!

Nachdem wir die letzten zwei, drei Kampagnen des britischen Sexwäscheherstellers AGENT PROVOCATEUR mit zunehmendem Befremden und Kopfschütteln aus der Post gezogen haben, weil sie immer absurder und artifizieller wurden, überrascht uns die Firma dieses Frühjahr mit einer heiss ersehnten Rückkehr zu saftiger Sinnlichkeit!



Die neuen Motive, als 13 sündige Setcards zusammengestellt, wurden von Fotograf Simon Emmett inszeniert. Als Stylist war Sascha Lilic tätig. Wir finden: endlich wieder mal einen wirklich "provozierenden" Agenten, dem wir auch gerne begegnen täten.

Die Akris-Taschen verlassen den Showroom

Wir haben auf dieser Plattform in den vergangenen Monaten ja immer wieder mal von der Lancierung der ersten Handtaschenkollektion des Schweizer Qualitätslabels Akris berichtet - für manche kritische Leser sogar zu viel! Damit allfällige Verdachtsmomente ausgeräumt sind; Auf unserer Redaktion hat niemand eine solche Tasche, und es sieht auch so aus, als ob sich niemand diese aus kostbarem Rosshaar gefertigten Luxusbehältnisse würde leisten können. Bis jetzt haben wir nur an Shworooms daran herumfingern dürfen. Wir haben nur aus Liebe zu Albert so fleissig berichtet!



Doch nun verlassen offenbar die ersten Akris-Taschen die Showrooms und treten ins bisweilen grelle Rampenlicht des Alltags. So auch an der Schulter von Angelina Jolie, die von einem Paparazzo während ihres Aufenthalts in Venedig (anlässlich der Dreharbeiten zu "The Tourist" mit dem Modell "Ai" von Akris hinterrücks fotografiert wurde. Im Schlepptau hat sie des weiteren auch ihre Kids. Natürlich trägt La Jolie, die bekanntlich ein grosser Fan von Akris ist, das XL-Modell dieser für Akris so zentralen neuen Kreation.

Zürich bekommt "Fashion Days"

Nun ist es auch offiziell bekannt: Zürich bekommt im Herbst dieses Jahres eine Art "Fashion Week", die vielleicht noch nicht im ersten Anlauf, aber bald schon mit verwandten Veranstaltungen in Berlin , New york, London oder Sydney genannt werden will.


Outfits des letztjährigen Gewinners des Swiss Textiles Awards, Alexander Wang.

"Zürich Fashion Days" nennt der Sportvermarkter und Eventveranstalter IMG das Konzept, das im Gegensatz zu den genannten "B2B"-Events (Business-to-Business) eine "B2C"-Veranstaltung sein soll - also "Business to Consumer". Auf Deutsch: Es werden ganz normale Leute, Fussvolk quasi, die internationalen Designer- und Award-Shows besuchen können, die vom 3. bis 6. November in der historischen Industriehalle des Puls 5 in Zürich West stattfinden.

"Wir wollen in Zürich ein breiteres Publikum ansprechen", sagte Armin Meier, Geschäftsführer von IMG Schweiz, an der Pressekonferenz im Park Hyatt in zürich am Donnerstagmorgen. Und sein Projektleiter Stefan Haensel stellte bereits einige Detials vor: "Auf dem Turbinenplatz vor dem Puls 5 werden wir ein doppelstöckiges Zelt für 500 Gäste aufbauen, wo das Küchenteam des Park Hyatt 500 eingeladene Gäste der Sponsoren und VIPs bewirten wird." Doch nicht ganz Fussvolk, also?

Wie auch immer: Für den "Fussboden" und die Bodenhaftung will der Titelsponsor der "Zürich Fashion Days" sorgen - es ist, wie auf diesem Portal bereits angedeutet, der in Präffikon SZ ansässige Bekleidungskonzern Charles Vögele, der sich für drei Jahre verpflichtet hat. Vögele-CEO André Maeder erklärte die ungewöhnliche Kombination von Budgetklamotte und High Fashion wie folgt: "Fashion ist glamourous, die Menschen sind davon magisch angezogen. Und wir legen nun den Teppich aus, auf dem ganz normale Leute erstmals auch Zutritt zu dieser Welt bekommen." Als erter von vier "Presenting Partners" konnte ausserdem die Firma Marionnaud gewonnen werden.



Outfit von Haider Ackermann, der in den letzten Jahren ebenso den Swiss Textiles Award gewann. (Foto Nadine Ottawa)

Auch der bekannte und international geschätzte "Swiss Textiles Award" wird Teil der Zürcher Modetage, die nun also ganz offiziell und etwas umständlich "Charles Vögele Fashion Days Zürich" heissen. Das Team vom Schweizer Textilverband wird auch dieses Jahr dafür sorgen, dass sich spannende internationale Newcomer in Zürich um das Preisgeld im Wert von 100'000 Euro bewerben.

An einer gesonderten "Swiss Fashion Show" zeigen am Freitagmittag national bekannte Designer wie Exantus, Portenier/Roth, Ikou Tschüss, Kazu Huggler, Tran hin Phu oder Lela Scherrer ihre aktuellen Kollektionen.


Sie bringen die "Fashion Days" zum Laufen (von links nach rechts): K. Straub (Hotel Park Hyatt Zurich), Ronald Weisbrod (Swiss Textiles), André Mäder (Charles Vögele), Lisa Feldmann (annabelle), Armin Meier (IMG) und Stefan Haensel (IMG).

Mehr Details zum Detailprogramm: www.charlesvoegele-fashiondays.com

Bally und Brian Atwood trennen sich

Bally fokussiert mit seinen jüngsten Kollektionen stärker denn je auf Tradition, Geschichte und Herkunft der Marke. Manch ein Beobachter, der sich in letzter Zeit fragte, wie das mit dem flamboyanten Hollywood-Lifestyle des Amerikaners Brian Atwood zusammenpasst, der als Creative Directors des Hauses tätig ist, bekommt heute die Bestätigung für seine Zweifel: Brian Atwood und Bally gehen ab sofort wieder getrennte Wege.


Da präsentierte er noch frohgemut die neuen Ideen: Brian Atwood im Januar in Mailand.

An Stelle des Sonnyboys Atwood übernimmt nun ein weitgehend unbekanntes Duo das kreative Zepter: es besteht aus Graeme Fidler und Michael Herz, die sich vor sieben Jahren als Designverantwortliche bei Aquascutum kennenlernten. Filder hat in jüngster Zeit für Ralph Lauren gearbeitet, Herz für Guy Laroche unter Alber Elbaz.

"Bally is a brand with a huge potential", sagen die beiden zu ihrer neuen Aufgabe und versprechen: "We will explore what is at the heart of Bally, not just its archives but also its charm, its mentality and intelligence." Das ist Balsam auf die Seele all jener treuen Fans aus den guten Schönenwerder Zeiten, welche die heute von Labelux kontrollierte Marke in den letzten Jahren Richtung oberflächlichen Mainstream driften sahen.


Noch aus Atwoods Feder: Bally-Looks für Herbst 2010.

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern: der Titelsponsor der "Zürich Fashion Days" steht fest

Wir wollen hier jetzt nicht so krud sein, laut herauszuposaunen, wer der Titelsponsor der gross angekündigten "Zürich Fashion Days" sein wird. Aber wir könnten ja zumindest mal sagen, dass die Zürcher Modetage, die kommenden Herbst von IMG veranstaltet und neu auch den Rahmen zum renommierten Swiss Textiles Award bilden, von einem Schweizer Modehaus präsentiert werden. Einem grossen Schweizer Modehaus mit vielen Läden. Nicht unbedingt Läden an 1A-Lagen, aber grossen Läden. So, mehr wollen wir nun wirklich nicht verraten. Man muss schon selbst den Spatzen und anderen Vögelen zuhören, welche die Neuheit, die am 8. April Gewissheit werden soll, schon jetzt von den Dächern pfeifen. Trilililiiii.


Eine Impression vom letzjährigen Swiss Textiles Award, an dem Alexander Wang gewann.

La Redoute verwirrt

Letzte Woche mag sich der eine oder andere, der im bitterkalten Zürich dem Limmatquai entlang flanierte, vielleicht gefragt haben, was es bedeuten soll, dass dort junge Leute in grünen Shirts lautstark für eine "Demokratisierung der Mode" demonstrierten. Denn wer auch nur eine Sekunde nachdachte, der wird leicht festgestellt haben, dass die einst elitäre und volksferne Mode seit mindestens zwanzig Jahren schon derart demokratisiert ist, dass man sich fast wieder etwas mehr Monarchie wünschte. Es wurden aber sogar Unterschriften für die Initiative gesammelt, und nicht wenige Passanten hielten auch noch an, um den Klamauk zu unterstützen.



Worum ging's tatsächlich? Um ein bisschen Lärm und Wirbel zu Gunsten des neuen Versandkatalogs von "La Redoute", der sich die Aktion (ästhetisch ganz im Stil der SVP-Volksinitiativen) als "viralen" Marketing-Gag leistete. Mag man lustig finden oder auch nicht,. Doch was passiert mit den Unterschriften, die man dort also unter Vorspielung falscher Tatsachen gesammelt hat? "Nichts", versichert La Redoute.

Fazit: Viel Lärm - für nichts!

Mode Suisse? Oui!



Die Mode hat in der Schweiz keinen leichten Stand - die junge Mode von lokal tätigen Designern schon gar nicht. Aber nun, das sind die Gesetze des Marktes - und alle Förderung hat in den letzten Jahren ja auch nicht viel daran geändert.

Und doch gibt es sie, die kleinen Labels mit eigenem Flair und Charme, die in der Schweiz wirken. Einige davon waren letzten Freitagabend an einer kleinen, aber schön gemachten Modenschau namens "Mode Suisse? Oui!" zusammengefasst, welche dank der finanziellen Unterstützung des Alkoholsponsors Chivas Regal im Papiersaal Sihlcity über die Bühne ging.

Wir erinnern uns nicht an alle Namen, aber an einige: Luna by Suza, Redley Exanthus, Daniel Herman, Peter Müller ... Die anderen mögen verzeihen, dass das Programmheft mit den Namen in der Hitze des Aftershow-Gefechts an der hoffnungslos überforderten Garderobe liegen blieb.

Alles in allem: wohltuend low-key und entspannt, den Nachwuchs auf solche Weise zu sehen. Choreograf und Mastermind Yannick Aellen weiss eben in allen Situationen, worauf es ankommt.



Eine Kollektion wie Veilchen-Wodka

MiuMiu show
Einen stimmigen Abschluss zur Pariser Modewoche setzte Miuccia Prada mit ihrer Kollektion für MiuMiu. In einem prächtigen Hotel particulier an der Avenue Foche wurde auf zwei Etagen die Kollektion einem erlesenen Publikum gezeigt.

MiuMiu show(Photo: Don Ashby & Olivier Claisse / FirstView.com)

Vom Setting, zum nostalgischen Pomp des antiken Stadthauses kontrastierte der silberfarbener Boden und lilafarbene Schaumstoff-Würfel als Sitzgelegenheit, bis hin zum Catering, gefrorene Veilchen und Veilchen-Wodka, war das Drumherum perfekt auf die Kollektion abgestimmt: eine moderne Version der Mary Quant Kleidchen der Sixties aus soliden Stoffen, gehalten in viel Schwarz, dazu Applikationen von Metall-Blumen, dazu lief ein beinahe nostalgischer Eighties-Pop-Mix mit Remixes von Culture Club und co.... Eine Prise Retro, jedoch frisch und zeitgemäss, auch dank dem farbigen Make-up.

MiuMiu show
MiuMiu Show
(Photos: Don Ashby & Olivier Claisse / FirstView.com)
Dass es nach der Show nochmals einen Schluck Veilchen-Wodka gab, liess den Abend und somit die Pariser Woche zufrieden abschliessen. Danke, Frau Prada!


MiuMiu Miuccia Prada
(Photo: Don Ashby & Olivier Claisse / FirstView.com)

Verschieden temperierter Winter 2010

Die gestern zu Ende gegangene Pariser Modewoche zeigte einmal mehr auf, wie verschieden die modischen Prognosen für nächste Saison sein können.

Das zeigt sich am klarsten anhand der Bühnen-Sets und Locations, welche von eiskalten, Temperaturen und mit einem aus Schweden einfgeflogenen Eisberg und dick mit künstlichem Pelz, Strick und Tweed eingepackten Models bei Chanel (im Grand Palais)...
Chanel Eisberg

...bis hin zu einer betörend warmen Stimmung zu goldener Nachmittagsstunde mit den schönsten Dekolletés und Frauen im eleganten Grace Kelly-Stil der Fifties bei Louis Vuitton (im transparenten Zelt um den Springbrunnen im Hofe des Louvre):

Vuitton Springbrunnen Finale

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