Dürfen wir Sie, werter Leser, noch einmal mit dem Thema Viktor & Rolf belästigen? Denn uns erreichte heute die längst überfällige Nachricht, dass Renzo Rosso, der Chef der Jeansmarke Diesel, eine Mehrheitsbeteiligung am niederländischen Designduo Viktor & Rolf erworben hat. Das Investment-Vehikel, das Rosso dazu in Gang gesetzt hat, heisst OTB (kurz für "Only the brave"). Sie erinnern sich an den entsprechenden Diesel-Werbeslogan in den frühen neunziger Jahren? Voila.



Jetzt passt für uns auch alles wieder zusammen. Denn seit dem Tag im Frühjahr 2008, als wir in Mailand am Diesel-Hauptsitz vorbei radelten und dort zufällig sahen, wie sich Renzo Rosso herzlich von Viktor Horsting und Rolf Snoeren verabschiedete, fragten wir uns, was das jetzt für die Zukunft des Duos bedeuten könnte. Darauf vor wenigen Wochen an der "Art" in Basel angesprochen, meinten die beiden Designer noch übertrieben unschuldig, das hätte keine Bedeutung, man sei eben gut befreundet, mehr nicht.

Nun wissen wir: aus guten Freunden werden sehr schnell Geschäftsbeziehungen. Diesel wird laut einer Mitteilung sich darum bemühen, "die Marke Viktor & Rolf weiter zu entwickeln, das Management zu professionalisieren und neue Lizenzvereinbarungen zu schaffen, um daraus eine der Topmarken der Zukunft zu machen." Zum Portfolio von OTB gehören bereits Marken wie Diesel, 55 DSL, Martin Margiela, Sophia Kokosalaki, DSquared2 und Vivienne Westwood.