The kids are allright! - Kostume No. 3

Der beste Teil der gestern zu Ende gegangenen "Zürich Fashion Days" stand gar nicht offiziell auf dem Programm des ganzen Brimboriums, und es klebte auch kein penetrantes Sponsoren-Etikett drauf - die Youngsters der Avantgarde-Fashion-Plattform KOSTUME isnzenierten in der L-Halle in Zürich-West - der Produktionshalle des Taschenlabels Freitag - eine frische, freche und wohltuend "echte" Modenschau mit 10 jungen Labels. Damit traten Sie gegen die etablierte Konkurrenz in dem 500 Meter entfernten Puls 5 an, die Missoni und Guido Maria Kretschmer zur Closing Night aufgeboten hatten - und sie gewannen das Duell!

Zwar hatten auch die Kostume-Macher eine dieser wirklich hässlichen Fotowände am Eingang aufgebaut, aber das war wohl eher eine ironische Anspielung, denn es fehlten nicht nur der rote Teppich und die Celebrity-Fotografen, sondern auch geeignetes Licht, um die davor posierenden Menschen im Halbdunkel überhaupt zu erkennen. Herrliche Persiflage!



Der Durchschnitt der zehn Labels, von denen man zumeist noch nicht viel wusste, überraschte durch eine Mode, die realitätsnah, jung, originell und eigenständig war ... Und nicht krampfhaft versuchte, die grosse Design-Geste zu imitieren. Dabei waren besser bekannte Namen wie Griesbach oder Little Black Dress, aber auch komplette Aussenseiter wie Filles à Papa und Van Berry.


Auch das Publikum bei KOSTUME war cooler, netter, authentischer und szene-naher als die Cüpli trinkenden Hospitality-Pack-Gäste im VIP-Zelt der offiziellen Modewoche. Fazit: Es wunderte einen nicht, dass bei Kostume No. 3 auch Vertreter von IMG und Vögele herumschlichen, um die echten Stars von morgen auszuspähen. Unsere Empfehlung: Es wäre gescheit, diese psoitive Energie in die etwas blutleere Hauptveranstaltung zu integrieren - andererseits aber auch jammerschade um den frechen Groove der Youngsters.



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