Letzte Woche überschlugen sich die Nachrichten in Sachen Versace: Amerikanische Medien verkündeten einen tumutlhaften Abgang von CEO Giancarlo Di Risio, tags darauf kam ein reichlich nebulöses Statement der Familie Versace, welches jegliche Differenzen mit dem ranghöchsten Manager der Marke dementierte, und heute erreicht uns auch noch ein offizielles Communiqué der Firma Versace (Merke: Familie ist nicht gleich Firma), welches die Sache leider auch nicht viel klarer macht.

Demzufolge hätte am Montag der gesamte Verwaltungsrat getagt, also Leonardo del Vecchio, Paolo A. Colombo, Massimo Cremona, Marco Salomoni, Giancarlo Di Risio, Santo und Donatella Versace, um die Vierteljahreszahlen zu verabschieden. Die sind nicht besonders gut: Es gibt einen Ertragsrückgang von 13,4 %, wobei das Ergebnis netto noch positiv bleibt. Ausserdem hat der Versace-Verwaltungsrat einem neuen 3-Jahres-Plan zugestimmt, der aufzeigt, wie man den veränderten Marktbedingungen in Zeiten der Rezession begegnen will. Auf Deutsch: Man hat ein Sparprogramm geschnürt und verabschiedet.

Und was ist nun mit Di Risio, der sich mit Designerin Donatella Versace bezüglich der Sparpotenziale in die Haare geraten sein soll?

"The Board unanimously and categorically denies the existence of friction between the CEO and the Creative Director Donatella Versace" steht da, und weiter: "The financial and operational management of the company has always been the responsibility of the CEO, as laid out by the corporate governance of the company." Klingt schwer danach, als hätte man Donatella Versace zurückgepfiffen. Aber so richtig weiss man es auch jetzt noch nicht.


Donatella Versace und Cindy Crawford (links.) Foto: Imago