Die Ära Thierry Nataf bei Zenith ist zu Ende - der selbsternannte Sonnenkönig der Schweizer Horlogerie ist von seinem Thron gestossen worden. Daniel Hug schrieb dazu vergangene Woche in der "NZZ am Sonntag": "Die Bling-Bling-Direktoren nehmen den Hut. Die Ära der flamboyanten Direktoren in der Uhrenindustrie geht zu Ende. Thierry Nataf ist als Chef von Zenith abgesetzt worden."



Nun reicht Thierry Nataf noch sein persönliches Statement zum Scheitern nach. Er schreibt: "I would like to thank all of you for having brought Zenith back to the zenith. The renaissance and development of the Zenith manufacture would not have been possible without your contribution, commitment and faith to the house."

Diese salbungsvollen Worte lässt Thierry Nataf übrigens via Zenith-Pressestelle an die Medien verbreiten, die er naturgemäss allesamt als seine Freunde beschaut. "Dear All" steht als Begrüssung der Empfänger - es dürften also nicht wenige "Freunde" sein, die Thierry Nataf hier anspricht. Und dann der Schluss des Briefes, der Klimax: "On a personal level, I would like to thank you for having been a friend of the brand ... and my friend as well."

Oha. Wir waren also Freunde. Obwohl wir uns nur zweimal getroffen haben! Na gut. - Come on, Thierry, be honest! Diese Zeiten des gegenseitigen Anschmeichelns sind vorbei. Heute spricht man Klartext und schenkt sich reinen Wein ein. Vielleicht war es Natafs Fehler, dass er exakt dies bis zum Schluss nicht einsehen wollte?